SOS-Kinderdorf Thanh Hoa

SOS-Kinderdorf ist seit den späten 1960er Jahren in Vietnam und seit 2005 auch in Thanh Hoa tätig. Unsere Organisation ist in der Region sehr aktiv. Wir bieten gefährdeten Kindern und Jugendlichen ein liebevolles Zuhause und Zugang zu Bildung.

Eine der ärmsten Regionen des Landes


Spielende Kinder im SOS-Kinderdorf Thanh Hoa (Foto: SOS-Archiv)
Die Stadt Thanh Hoa liegt in der Nähe der Küste etwa
140 km südlich der Landeshauptstadt Hanoi.

Zahlreiche Menschen in der Region sind in der Landwirtschaft (60 Prozent) und im Dienstleistungssektor (15 Prozent) beschäftigt, aber aufgrund der Nähe zu Hanoi und der guten Verkehrsanbindung beider Städte stellen auch die Industrie, das Bauwesen und der Handel zunehmend wichtige Quellen für Einkommen und Beschäftigung dar.

Dennoch können sich zahlreiche Menschen in der Region kaum mit dem Nötigsten versorgen. Die Provinz ist die zweitärmste des Landes, und das Bruttoinlandsprodukt ist nur etwa halb so hoch wie im Landesdurchschnitt. Die Menschen auf dem Land leiden unter zahlreichen Entbehrungen: aufgrund der schlechten Infrastruktur und der Entlegenheit vieler Ort haben sie häufig keinen Zugang zu staatlichen Sozialleistungen. Die Region hat eine hohe Migrationsrate zu verzeichnen: viele Menschen ziehen vom Land in die Städte der Provinz, aber auch in andere Landesteile oder ins Ausland.

Zahlreiche Eltern können die materiellen und emotionalen Grundbedürfnisse ihrer Kinder nicht ausreichend erfüllen. Offiziellen Schätzungen zufolge leben in der Provinz Thanh Hoa etwa
10 000 Kinder ohne elterliche Fürsorge. In Wirklichkeit ist diese Zahl wahrscheinlich wesentlich höher. Diese Kinder sind auf die Unterstützung von Verwandten oder staatlichen Behörden angewiesen. Viele müssen bereits in jungen Jahren zum Haushaltseinkommen beitragen. In den ländlichen Gebieten hüten sie meist das Vieh, helfen bei der Ernte oder betreuen die kleineren Kinder ihrer Verwandten. In den Städten arbeiten sie in Restaurants und als Schuhputzer oder verkaufen Zeitungen auf der Straße. Meist haben sie weder Zeit noch Geld für den Schulbesuch. Schätzungen zufolge haben fünf Prozent dieser Kinder nie eine Schule besucht, und 20 Prozent brechen ihre Ausbildung nach der Grundschule ab.

Unterstützung für notleidende Familien und ein liebevolles Zuhause für Kinder

Angesichts der Vielzahl von notleidenden Kindern in der Region traten die lokalen Behörden mit der Bitte um Unterstützung an uns heran und stellten kostenlos ein Grundstück für den Bau eines neuen SOS-Kinderdorfs zur Verfügung. Aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Not in der Region ist die Arbeit unserer Organisation von größter Bedeutung. Das Angebot von Schulen und Bildungseinrichtungen für Kinder und junge Menschen hat die Lebensumstände zahlreicher Menschen in der Umgebung verbessert.

Unsere Arbeit in Thanh Hoa


Kinder beim Rollenspielen im SOS-Kindergarten (Foto: SOS-Archiv).
Bis zu 140 Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 14 SOS-Familien bei einer SOS-Mutter ein liebevolles Zuhause.

Im SOS-Kindergarten werden Kleinkinder aus dem SOS-Kinderdorf zusammen mit zahlreichen Kindern aus der Nachbarschaft betreut. Das Angebot der Tagesbetreuung wird besonders von erwerbstätigen Eltern geschätzt - sie wissen ihre Kinder in professioneller Obhut, während sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Ältere Kinder besuchen die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, in der über 1100 SchülerInnen in der Grund- und Sekundarstufe unterrichtet werden. In der Schulkantine erhalten die Kinder ein Mittagessen, damit sie wenigstens einmal am Tag eine nahrhafte Mahlzeit zu sich nehmen. Das Lehrpersonal der Schule versucht nach Kräften, den Kindern eine bestmögliche Ausbildung zukommen zu lassen. Bei Bedarf erhalten Kinder in einzelnen Fächern Nachhilfeunterricht. Der Kindergarten und die Schule stellen eine große Hilfe für die Gemeinde dar.

Im SOS-Jugendprogramm werden junge Menschen von qualifizierten Fachkräften begleitet und unterstützt, während sie ein Studium oder eine Berufsausbildung absolvieren. Die jungen Erwachsenen werden ermutigt, Zukunftsperspektiven zu entwickeln, Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.
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