SOS-Kinderdorf Kandalakscha

SOS-Kinderdorf ist seit dem Jahr 2000 im Nordwesten Russlands tätig. Unsere Arbeit hatte mit einem Nothilfeprogramm für Pflegefamilien und Kinder in Waisenhäusern begonnen. Im Laufe der Zeit wurde dieses Programm in eine Langzeitbetreuung von Kindern, die vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht sind oder sie bereits verloren haben, umgewandelt.

Zahlreiche Kinder vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht


Kinder vergnügen sich im Schnee (Foto: SOS-Archiv)
SOS-Kinderdorf ist im Nordwesten Russlands an den beiden Standorten Kandalakscha und Murmansk tätig. Kandalakscha hat ca. 35 700 (Volkszählung 2010), Murmansk etwa 307 700 Einwohner. Obwohl in den letzten Jahren ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen war, besteht die Hoffnung, dass die jüngsten Maßnahmen zur Steigerung der Geburtenrate und die Verbesserungen im Gesundheitssystem zur Stabilisierung der demographischen Situation beitragen werden.

Die Region ist reich an natürlichen Ressourcen. Zahlreiche Menschen sind daher in der Gewinnung, der Verarbeitung und dem Export von Bodenschätzen beschäftigt. Es besteht jedoch weiterer Investitionsbedarf, damit die bedeutenden Öl- und Gasreserven erschlossen werden können. Auch die Fischwirtschaft ist in der Region ein wichtiger Arbeitgeber. Der Fisch wird in zahlreiche nordeuropäische Länder exportiert. Trotz seiner Lage im nördlichen Polarkreis ist der Hafen von Murmansk ganzjährig geöffnet und spielt daher für den Export der vor Ort produzierten und verarbeiteten Güter eine wichtige Rolle.

Zahlreiche Kinder haben den Schutz der Familie bereits verloren, und noch viele mehr sind vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht. Das gilt insbesondere für Kinder in den Städten, die eine hohe Migrationsrate aufweisen. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und der hohen Arbeitslosigkeit ziehen viele Eltern auf der Suche nach Arbeit in andere Gegenden. Kinder werden häufig bei Verwandten zurückgelassen, aber manchmal ist auch die Großfamilie nicht in der Lage, ausreichend für sie zu sorgen.

Zahlreiche Kinder haben keinen Zugang zu frühkindlichen Entwicklungsprogrammen und besuchen weder den Vorschulunterricht noch die Grundschule. Kinder ohne elterliche Fürsorge, die in Pflegefamilien, staatlichen Internaten oder Waisenhäusern leben, kommen im Unterricht häufig nicht gut mit, schwänzen die Schule oder brechen den Schulbesuch gänzlich ab.

Angebot alternativer Betreuung in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden

SOS-Kinderdorf setzt sich in enger Zusammenarbeit mit den Behörden für den Schutz der Kinderrechte ein. Da die Regierung bemüht ist, die Heimunterbringung abzuschaffen, kommen die Kinder häufig zu Pflegeeltern. SOS-Kinderdorf unterstützt diese Pflegefamilien und steht ihnen beratend zur Seite, damit sie den Kindern in ihrer Obhut ein sicheres Umfeld bieten können.
Unsere Arbeit in Kandalakscha

Ein Blick in ein SOS-Familienhaus (Foto: SOS-Archiv)


Die Tätigkeit von SOS-Kinderdorf hatte im Nordwesten Russlands mit einem Nothilfeprogramm in Murmansk begonnen, das in Zusammenarbeit mit dem Norwegischen Roten Kreuz durchgeführt worden war. Aufgrund der großen Not beschloss SOS-Kinderdorf sowohl in Murmansk als auch in Kandalakscha die Einführung langfristiger Programme.

Wir nehmen aktiv am Leben der Gemeinde teil, organisieren und besuchen kulturelle Veranstaltungen für Kinder und Familien der Gemeinde. Darüber hinaus leiten wir in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden Familienstärkungsprogramme, darunter Beratungen und psychologischen Beistand. Die Grundversorgung der Kinder ist die Voraussetzung für ihre gesunde Entwicklung - dazu zählen Kleidung, Nahrung, medizinische Versorgung und die Vermittlung sozialer Fähigkeiten. Eltern, insbesondere alleinerziehende Mütter, erhalten Unterstützung beim Ausbau der elterlichen Kompetenzen und bei der Einkommensförderung.

Die Sozialzentren in Murmansk arbeiten eng mit den Pflegefamilien vor Ort zusammen. Über eine finanzielle Hilfe hinaus stehen unsere ausgebildeten Fachkräfte den Pflegeeltern auch beratend und unterstützend zur Seite.

Kinder ohne elterliche Fürsorge können in SOS-Familien von SOS-Müttern betreut werden. Bis zu 78 Kinder finden in zwölf SOS-Familien ein sicheres und liebevolles Zuhause. Das SOS-Kinderdorf liegt in Luvenga, einem Arbeiterviertel am Stadtrand von Kandalakscha. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Kindergärten und Schulen und nehmen an den Aktivitäten der Gemeinde teil.
 

  • Hilfe für Kinder in Not

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