SOS-Kinderdorf Mogilev

SOS-Kinderdorf nahm seine Aktivitäten in Weißrussland nach der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 auf. Mogilev wurde 2009 der landesweit dritte Standort unser Organisation. Das Gebiet um Mogilev wurde durch den radioaktiven Niederschlag schwer verseucht. Die Regierung hat einige Initiativen zur Unterstützung notleidender Familien ins Leben gerufen.

Das schwere Leben in einer Übergangswirtschaft


Tanz im Garten (Foto: M. Mägi)
Mogilev liegt im Osten von Weißrussland an der russischen Grenze und ist als drittgrößte Stadt des Landes ein wichtiges Handelszentrum. Die Unternehmensbereiche Konstruktion, Maschinenbau und Metallverarbeitung sind in der Region stark vertreten, ebenso wie die Kautschukindustrie, die chemische und die petrochemische Industrie. Die angrenzenden ländlichen Gebiete leben von der Erzeugung von Agrarprodukten sowie der Milchvieh- und Rinderzucht.

Die Stadt Mogilev liegt etwa 500 km von Tschernobyl entfernt und gehört zu den Gebieten , die am schlimmsten durch den Fallout des atomaren Unfalls verseucht wurden. In den medizinischen Zentren werden Menschen behandelt, die immer noch an den Folgen der Verseuchung leiden. Die Auswirkungen der Katastrophe sind bis heute spürbar. Viele Bewohner mussten die am schwersten kontaminierten Gebiete verlassen und sich in einer fremden Umgebung ein neues Zuhause und eine neue Arbeit suchen.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 führte zu einer schweren Wirtschaftskrise. Obwohl es einige Fortschritte zu verzeichnen gibt, gehört die Gegend um Mogilev zu den ärmsten des Landes. Die jüngsten sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen, die unter anderem zu einem rasanten Anstieg der Preise für Lebensmittel und andere grundlegende Güter geführt haben, bringen viele Familien in eine prekäre Situation. Immer mehr Kinder können nicht länger bei ihren Familien bleiben. Die meisten landen in staatlichen Heimen.

Zahlreiche Frauen und Kinder werden in Weißrussland Opfer von häuslicher Gewalt. Laut einer Umfrage der UN wird etwa jede vierte Frau körperlich misshandelt. Die Zahl der Fälle von seelischem Missbrauch wird noch weit höher geschätzt. Obwohl die Regierung erste Gegenmaßnahmen ergriffen hat, wird die häusliche Gewalt weiter tabuisiert. Nur wenige betroffene Frauen gehen an die Öffentlichkeit oder nehmen vorhandene Hilfsangebote wahr.

Unterstützung für Familien in Not und ein liebevolles Zuhause für Kinder

Trotz einiger Regierungsprogramme zum Schutz von Kindern ohne elterliche Fürsorge ist unsere Arbeit in der Region heute von ebenso großer Bedeutung wie zu Beginn unserer Tätigkeit. SOS-Kinderdorf beteiligt sich aktiv an der Verbesserung der Betreuungsstandards auf nationaler und lokaler Ebene. Die Hilfe für notleidende Familien und ein liebevolles Zuhause für Kinder ohne elterliche Fürsorge bilden das Kernstück unserer Arbeit. Unsere langfristigen Hilfsangebote für Frauen ohne staatliche Unterstützung und Frauen, die der häuslichen Gewalt entkommen möchten, gehören landesweit zu den ersten Programmen dieser Art.

Unsere Arbeit in Mogilev


Eine Umarmung bewirkt Wunder - und ein Lächeln (Foto: M.Mägi )
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Mogilev ist die Unterstützung von Kindern und Familien in der lokalen Gemeinde. Diese Arbeit ist hier besonders wichtig, da zahlreiche Familien wirtschaftliche und soziale Probleme bewältigen müssen. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und anderen Anbietern unterstützen unsere Familienstärkungsprogramme Familien und Kinder in Not. Wir bieten ein umfassendes Paket an Dienstleistungen, damit Familien zusammenbleiben und gut für ihre Kinder sorgen können. Sie bekommen materielle Hilfe in Form von Nahrung und Kleidung sowie Unterstützung in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Damit Eltern für ihr Auskommen sorgen können, bieten wir Schulungen, Berufsberatungen und helfen bei der Suche nach Arbeit. Alleinerziehende Mütter und Opfer häuslicher Gewalt erhalten materielle Hilfe und psychologischen Beistand. Jede Frau bekommt die Unterstützung, die sie braucht, um ihr Leben und das ihrer Kinder wieder in den Griff zu bekommen.

Bis zu 71 Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 11 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Die SOS-Mütter sind speziell geschult, um den Aufbau stabiler emotionaler Bindungen in einem förderlichen und sicheren Umfeld zu ermöglichen. Die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf besuchen die nahegelegenen Schulen und Kindergärten und sind daher bereits in jungen Jahren sehr gut in ihre Gemeinde integriert.
  • Hilfe für Kinder in Not

    Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich in 36 europäischen Ländern für verlassene und sozial benachteiligte Kinder. Helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!

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