Hinweis: Dieser Text enthält Beschreibungen von Gewalt und Flucht.
Khamissa verkauft an einem kleinen Marktstand in Alacha Linsen, Reis, Knoblauch und Zwiebeln. Bei ihr kaufen Menschen ein, die – wie sie selbst – aus dem Sudan geflohen sind. Denn Alacha, das ist eines der vielen Flüchtlingslager im Osten des Tschad, die nach Ausbruch des sudanesischen Bürgerkriegs im Jahr 2023 entstanden sind.
Hinter Khamissas Lächeln und dem farbenfrohen traditionellen Gewand kann man nur ansatzweise erahnen, was die Mutter von drei Kindern durchgemacht haben muss. Ruhig und gefasst erzählt sie von Dingen, die fast unaussprechlich sind: 2023 begann in ihrem Heimatort ein Massaker.
„Sie haben unsere Leute getötet und unsere Häuser niedergebrannt. Alles, was wir hatten, ist zerstört.“
Khamissa
Mutter aus dem Sudan
„Sie haben unsere Leute getötet und unsere Häuser niedergebrannt. Alles, was wir hatten, ist zerstört.“
Khamissa
Mutter aus dem Sudan
Auf der Flucht wurde ihre Familie immer wieder angegriffen, Khamissas Vater wurde dabei getötet. „Wenn jemand fällt, kannst du ihm nicht einmal aufhelfen. Wir waren verängstigt und hilflos – wir konnten nur noch rennen.“
Mit wunden Füßen, nur mit der Kleidung an ihrem Körper und drei Kindern an den Händen überquerte Khamissa schließlich nach drei Monaten die Grenze zum Tschad.
In fünf Flüchtlingslagern unterstützen die
SOS-Kinderdörfer in der Grenzregion Ouaddaï Menschen wie Khamissa.
Eine Mammutaufgabe – denn es fehlt hier an allem. Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung, es ist nicht genug für alle da. Die Strukturen sind überlastet, die Lager überfüllt – und seit dem Wegfall der US-Entwicklungshilfen im Jahr 2025 kommen kaum noch internationale Gelder im Land an.
Eine der größten humanitären Krisen der Gegenwart wurde von der Welt vergessen.
Auch die Teams der SOS-Kinderdörfer arbeiten unter extrem herausfordernden Bedingungen. Lange Wege, brütende Hitze, in der Regenzeit überschwemmte und kaum passierbare Straßen.
Unsere einheimischen Mitarbeitenden leisten Nothilfe, schützen Kinder, begleiten unbegleitete Minderjährige und unterstützen Familien. Doch wie jede Hilfsorganisation in der Region stoßen auch die SOS-Kinderdörfer an ihre Grenzen – mehr Hilfe ist dringend notwendig. Die Lage ist dramatisch.
In fünf Flüchtlingslagern unterstützen die SOS-Kinderdörfer in der Grenzregion Ouaddaï Menschen wie Khamissa.
Eine Mammutaufgabe – denn es fehlt hier an allem. Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung, es ist nicht genug für alle da. Die Strukturen sind überlastet, die Lager überfüllt – und seit dem Wegfall der US-Entwicklungshilfen im Jahr 2025 kommen kaum noch internationale Gelder im Land an.
Eine der größten humanitären Krisen der Gegenwart wurde von der Welt vergessen.
Auch die Teams der SOS-Kinderdörfer arbeiten unter extrem herausfordernden Bedingungen. Lange Wege, brütende Hitze, in der Regenzeit überschwemmte und kaum passierbare Straßen.
Unsere einheimischen Mitarbeitenden leisten Nothilfe, schützen Kinder, begleiten unbegleitete Minderjährige und unterstützen Familien. Doch wie jede Hilfsorganisation in der Region stoßen auch die SOS-Kinderdörfer an ihre Grenzen – mehr Hilfe ist dringend notwendig. Die Lage ist dramatisch.
Der Weg in die Unabhängigkeit
Hier im Camp Alacha wurde Khamissa von Esperance aufgefangen. Die Sozialarbeiterin der SOS-Kinderdörfer trifft Familien und erarbeitet mit ihnen gemeinsam einen Aktionsplan, um sie psychologisch, rechtlich, finanziell oder medizinisch zu unterstützen. Als studierte Juristin liegt ihr der Schutz der Familien besonders am Herzen.
Der Weg in die Unabhängigkeit
Hier im Camp Alacha wurde Khamissa von Esperance aufgefangen. Die Sozialarbeiterin der SOS-Kinderdörfer trifft Familien und erarbeitet mit ihnen gemeinsam einen Aktionsplan, um sie psychologisch, rechtlich, finanziell oder medizinisch zu unterstützen. Als studierte Juristin liegt ihr der Schutz der Familien besonders am Herzen.
„Meine Leidenschaft ist es, Menschen zu verteidigen, deren Rechte missachtet wurden, ihnen zu helfen und Lösungen für ihre Probleme zu finden. Ich wünsche mir für die Familien, dass sie sich gestärkt fühlen und ihre Rechte kennen und einfordern.“
Esperance
Sozialarbeiterin der SOS-Kinderdörfer im Tschad
„Meine Leidenschaft ist es, Menschen zu verteidigen, deren Rechte missachtet wurden, ihnen zu helfen und Lösungen für ihre Probleme zu finden. Ich wünsche mir für die Familien, dass sie sich gestärkt fühlen und ihre Rechte kennen und einfordern.“
Esperance
Sozialarbeiterin der
SOS-Kinderdörfer im Tschad
Bei Khamissa spürte Esperance einen großen Wunsch nach Unabhängigkeit. Die nächsten Schritte standen daher schnell fest: Für den Aufbau eines Marktstandes erhielt Khamissa Schulungen und ein kleines Startkapital.
Und während Khamissa ihre Waren verkauft, werden ihre Kinder im Kinderschutzzentrum der SOS-Kinderdörfer betreut – einer der wenigen Orte im Camp, an denen die Kinder sicher sind, spielen, lernen und sich erholen können.
Eine Chance für unbegleitete Kinder
Eigentlich hat Khamissa nur ein leibliches Kind, doch auf der Flucht nahm sie zwei weitere Kinder bei sich auf – Kriegswaisen. „Im Krieg wurden ihre Mütter und ihre Väter getötet. Ich fand sie auf der Straße und brachte sie mit mir in den Tschad“, erzählt Khamissa.
Damit ist Khamissa kein Einzelfall: Viele Eltern aus dem Sudan haben unbegleitete Kinder bei sich aufgenommen. Auch wenn ihre eigene Not groß ist, können sie es nicht übers Herz bringen, diese Kinder allein zu lassen. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Pflegefamilien im Flüchtlingslager mit finanzieller Unterstützung, Bildungsangeboten und psychologischem Beistand.
Eine Chance für unbegleitete Kinder
Eigentlich hat Khamissa nur ein leibliches Kind, doch auf der Flucht nahm sie zwei weitere Kinder bei sich auf – Kriegswaisen. „Im Krieg wurden ihre Mütter und ihre Väter getötet. Ich fand sie auf der Straße und brachte sie mit mir in den Tschad“, erzählt Khamissa.
Damit ist Khamissa kein Einzelfall: Viele Eltern aus dem Sudan haben unbegleitete Kinder bei sich aufgenommen. Auch wenn ihre eigene Not groß ist, können sie es nicht übers Herz bringen, diese Kinder allein zu lassen. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Pflegefamilien im Flüchtlingslager mit finanzieller Unterstützung, Bildungsangeboten und psychologischem Beistand.
„Für meine Kinder wünsche ich mir, dass sie Lehrer:innen oder Ärzt:innen werden – damit sie irgendwann für sich selbst und für mich sorgen können.“
Khamissa
Mutter aus dem Sudan
„Für meine Kinder wünsche ich mir, dass sie Lehrer:innen oder Ärzt:innen werden – damit sie irgendwann für sich selbst und für mich sorgen können.“
Khamissa
Mutter aus dem Sudan
Hoffnung auf ein besseres Morgen
Immer wieder erklärt Khamissa, wie schwierig es ist, sich eine neue Existenz aufzubauen – mit sehr wenig Geld, angesichts steigender Preise und Transportkosten. Und vieles fehlt noch: Sie wünscht sich mehr Platz für ihre Kinder, es fehlen Decken, Matratzen und Töpfe.
Trotz aller Schwierigkeiten ist Khamissa ehrgeizig. Für ihre Kinder möchte sie den Marktstand vergrößern, in kleinen Schritten und mit Weitblick. „Heute habe ich Knoblauch in großen Säcken gekauft. In ein oder zwei Monaten könnte der Preis schon wieder nach oben schießen. Auch Bohnen sind gerade günstig, da habe ich zugeschlagen.“
Hoffnung auf ein besseres Morgen
Immer wieder erklärt Khamissa, wie schwierig es ist, sich eine neue Existenz aufzubauen – mit sehr wenig Geld, angesichts steigender Preise und Transportkosten. Und vieles fehlt noch: Sie wünscht sich mehr Platz für ihre Kinder, es fehlen Decken, Matratzen und Töpfe.
Trotz aller Schwierigkeiten ist Khamissa ehrgeizig. Für ihre Kinder möchte sie den Marktstand vergrößern, in kleinen Schritten und mit Weitblick. „Heute habe ich Knoblauch in großen Säcken gekauft. In ein oder zwei Monaten könnte der Preis schon wieder nach oben schießen. Auch Bohnen sind gerade günstig, da habe ich zugeschlagen.“
„Wenn es meinen Kindern gut geht, sie genug essen, etwas zum Anziehen haben, zur Schule gehen, spielen können – dann findet mein Herz Ruhe. Dann bin auch ich glücklich.“
Khamissa
„Wenn es meinen Kindern gut geht, sie genug essen, etwas zum Anziehen haben, zur Schule gehen, spielen können – dann findet mein Herz Ruhe. Dann bin auch ich glücklich.“
Khamissa
Mehr über Khamissa und Esperance
erfahren Sie im Video.
Machen Sie sich selbst ein Bild:
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