Aktuelle Infos und Hintergründe über die SOS-Kinderdörfer.
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Ghana ist eines der wirtschaftlich und politisch stabileren Länder im westlichen Afrika. Ethnische Konflikte gibt es kaum, obwohl in dem Land etwa 100 verschiedene Volksgruppen leben. Die gegenseitige Akzeptanz ist groß. Problematisch ist allerdings das rasche Bevölkerungswachstum, das unter anderem durch Zuwanderung aus dem Ausland verursacht wird. Gleichzeitig gibt es eine Binnenwanderung in die großen Städte. In der Folge wachsen die Slums in den Randbezirken. Ghanas Wirtschaft wird überwiegend von der Landwirtschaft bestimmt, Kakao ist das mit Abstand wichtigste Produkt. Ein deutliches industrielles Wachstum scheiterte bislang am begrenzten Binnenmarkt sowie am Mangel an Kapital und Fachpersonal.
Das Engagement der SOS-Kinderdörfer in Ghana begann in den Siebziger Jahren. Im Jahr 1972 starteten die Bauarbeiten am ersten SOS-Kinderdorf des Landes. Es wurde in Tema gebaut und liegt etwa 35 Kilometer von der Hauptstadt Accra entfernt. Anfangs bestand das Dorf aus fünf Familienhäusern, die Platz für 20 Kinder boten. In den kommenden Jahren entstanden weitere Gebäude und heute umfasst das SOS-Kinderdorf Tema 15 Familienhäuser und mehrere Zusatzeinrichtungen wie etwa eine Schule und einen Kindergarten. Außerdem gibt es dort ein Hermann-Gmeiner-College. Jugendliche, die hier einen Abschluss machen, können anschließend mit einem Universitätsstudium beginnen. Anfang der Neunziger Jahre folgte das zweite Kinderdorf in Ghana. Es liegt in Asiakwa, etwa 100 Kilometer nördlich von Accra. Auch hier gibt es eine Reihe von Zusatzeinrichtungen wie etwa ein Berufsbildungszentrum und eine kleine Klinik sowie eine Schule und einen Kindergarten.
Die Immunschwächekrankheit AIDS ist in Ghana ein allgegenwärtiges Problem. Seit geraumer Zeit arbeiten die SOS-Kinderdörfer mit anderen Hilfsorganisationen zusammen, um der Ausbreitung von AIDS durch Aufklärung und Prävention entgegenzuwirken. Die bereits an AIDS erkrankten Menschen unterstützen die SOS-Kinderdörfer beispielsweise mit Lebensmitteln, Medikamenten und der Übernahme von Schulgebühren.
Zur Zeit gibt es in Ghana folgende SOS-Einrichtungen: vier SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, vier SOS-Kindergärten, sieben SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei SOS-Berufsbildungszentren, fünf SOS-Sozialzentren und vier medizinische Zentren.