Gode liegt in der äußerst trockenen und dürren südöstlichsten Provinz Äthiopiens. Die einzigen Wirtschaftszweige in dieser Gegend sind Landwirtschaft und Viehwirtschaft der Nomaden. Seit der großen Dürre im Jahre 1999 sind große Teile der Bevölkerung dieser Provinz ständig vom Hungertod bedroht. Dazu kommt, dass auch die medizinische Versorgung der Bevölkerung äußerst mangelhaft ist. Daher ist die Kindersterblichkeitsrate in diesem Teil Äthiopiens auch eine der höchsten im ganzen Lande. Der Großteil der Kinder hat keinen Zugang zu Schulen. Lediglich 12.79% der Kinder im Grundschulalter sind tatsächlich in einer Schule eingeschrieben. Die Bildungseinrichtungen im Sekundarschulbereich sind noch mangelhafter, nur 2.2% der Kinder im Mittelschulalter besuchen eine Schule.
Das Grundstück, auf dem das SOS-Kinderdorf Gode errichtet worden ist, wurde von der äthiopischen Regierung zur Verfügung gestellt. Nach mehrjähriger Bauzeit und trotz schwierigster Baubedingungen konnte das SOS-Kinderdorf schließlich im August 2004 fertig gestellt werden. Es liegt am Fluss Wabishebeelle, rund zwei Kilometer vom Stadtzentrum Gode entfernt und besteht aus 12 Familienhäusern, Dorfleiterhaus, Tantenhaus, Gästehaus, Werkstatt, Verwaltungs- und Servicebereich. Insgesamt können im SOS-Kinderdorf bis zu 120 Kinder untergebracht werden.
Seit September 2005 ist auch die SOS-Hermann-Gmeiner Grund- und Sekundarschule in Betrieb. Sie wird zurzeit von ca. 420 Schülern und Schülerinnen aus dem SOS-Kinderdorf und seiner Umgebung besucht. Sie umfasst 12 Klassenräume, Bibliothek/PC-Raum, Werkstatt, Kantine, Mehrzweckhalle sowie Verwaltungsräumlichkeiten.
Der dem SOS-Kinderdorf Gode angeschlossene SOS-Kindergarten wurde ebenfalls im September 2005 offiziell eröffnet. In den drei Gruppenräumen können bis zu 105 Kinder betreut werden. Der SOS-Kindergarten verfügt auch über einen eigenen Spielplatz.
Um die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Südosten des Landes zu verbessern, werden seit dem Jahr 2000 im provisorisch eingerichteten SOS-medizinischen Zentrum medizinische Dienstleistungen angeboten. Im Jänner 2003 wurde der Bau einer permanenten Einrichtung begonnen, der schließlich im Herbst 2005 fertig gestellt werden konnte. Es besteht aus Rezeption und Warteraum, Diagnoseraum, drei Behandlungsräumen, zwei Medikamentenräumen, Sterilisationsraum, Verwaltungsräumen und diversen Nebenräumen. Im SOS-medizinischen Zentrum werden bis zu 4.300 Personen pro Jahr medizinisch betreut.