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Kenia - Übersicht 

Wie die SOS-Kinderdörfer im Land helfen 

EldoretMeruMombasaNairobi

Auch wenn sich die wirtschaftliche Situation Kenias in den vergangenen Jahren verbessert hat, lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Der Überlebenskampf in den Slums und die grassierende Aids-Epidemie lassen unzählige Familien zerbrechen. Vor allem der Norden und Nordwesten des Landes werden zudem immer häufiger von Dürreperioden heimgesucht, die den dort ansässigen Viehzüchtern und Kleinbauern die Lebensgrundlage rauben. Unterernährte und kranke Kinder sowie eine steigende Kindersterblichkeit sind die Folgen.

  • Kindersterblichkeit: In Kenia stirbt jedes achte Kind vor seinem fünften Geburtstag. Jeder dritte Säugling wird nicht ausreichend geimpft. Infektionskrankheiten wie Masern, Tetanus und Polio bedrohen ihr Leben.
  • Auch wenn die Rate der mit Aids infizierten Menschen in dem ostafrikanischen Land sinkt, sind mehr als 1,2 Millionen Kenianer HIV-infiziert.
  • Kinderprostitution: Schätzungen zufolge werden in Kenia bis zu 30.000 Kinder und Jugendliche als Prostituierte ausgebeutet. Viele von ihnen sind zuvor aus ihrem gewalttätigen Zuhause geflohen und auf der Straße gelandet.
  • Trotz staatlichen Verbots wird in Kenia vielerorts an dem grausamen Ritual der Klitoris-Beschneidung festgehalten. An den Folgen der Genitalverstümmelung leidet in dem ostafrikanischen Land jede dritte Frau.
  • Mangel an Bildung: Mittlerweile werden in Kenia landesweit fast 90 Prozent der Kinder im Grundschulalter auf eine Schule geschickt. Viele müssen diese jedoch wegen der finanziellen Not ihrer Eltern vorzeitig verlassen. Nur einer von zehn armen Schülern schließt die Grundschule erfolgreich ab.
SOS-Kinder in Kenia - Foto: Katja Snozzi

Kenia ist eines der ersten afrikanischen Länder, in denen die SOS-Kinderdörfer aktiv wurden. Seit dem Jahr 1971 setzten wir uns dort für benachteiligte Kinder ein. In den vier Kinderdörfern des Landes wachsen mehr als 500 Kinder auf. Dreiviertel von ihnen sind Waisen, meist aufgrund von HIV/AIDS.

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids kommt in Kenia vor allem dem in der Hauptstadt Nairobi eine große Bedeutung zu. Psychologische Betreuung und medizinische Hilfe für HIV-infizierte Menschen sowie Aufklärung und Prävention sind wesentliche Aufgaben des Zentrums, das sogar über eine eigene Klinik verfügt.

Die SOS-Kinderdörfer in Kenia betreiben außerdem eine Reihe von Schulen. Knapp 1500 Kinder und Jugendliche aus den SOS-Dörfern und vor allem aus deren Umgebung lernen derzeit in den insgesamt vier Einrichtungen.

Heute gibt es in Kenia folgende SOS-Einrichtungen: vier Kinderdörfer, vier Kindergärten, drei Jugendeinrichtungen, vier Hermann-Gmeiner-Schulen (drei Grund- und eine weiterführende Schule), ein Schulungszentrum für SOS-Mitarbeiter, ein Berufsbildungszentrum, ein Sozialzentrum und eine Klinik.


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