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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Afrika Liberia Monrovia

SOS-Kinderdorf Monrovia 

Foto: Alexander Gabriel
Foto: Alexander Gabriel
 
Aufgrund des wachsenden Bedarfes an Betreuungseinrichtungen für verlassene und verwaiste Kinder in Liberia, beschloss der Vorstand von SOS-Kinderdorf International im März 1988 die Errichtung eines zweiten SOS-Kinderdorfes im Landesinneren. Kurz vor dessen geplanter Eröffnung Anfang 1990 brach dann in Liberia der Bürgerkrieg aus, der vor allem im Landesinneren heftig tobte und die Besiedelung des neuen SOS-Kinderdorfes Juah Town vorerst unmöglich machte. Während es schließlich erst im August 2000 nach einer Generalsanierung offiziell in Betrieb genommen werden konnte, blieb das SOS-Kinderdorf Monrovia hingegen auch in den Kriegsjahren immer ein sicherer Ort und bot der Nachbarschaft Schutz und Hilfe. Im April 1996 sowie im Juli 2003, als die Kämpfe in Monrovia am heftigsten waren, brachten sich im SOS-Kinderdorf ca. 7.000 Menschen vor plündernden und brandschatzenden Banden in Sicherheit und wurden dort drei Monate lang verpflegt und medizinisch versorgt.

Der bereits 1978 gegründete SOS-Kinderdorf-Verein war während der Kriegsjahre handlungsunfähig geworden, formierte sich 1999 neu und wurde im Mai 2000 Mitglied des Dachverbandes SOS-Kinderdorf International. Nach den Kampfhandlungen im Jahr 2003 intervenierten die Vereinten Nationen, um die Lage im Land zu stabilisieren.

Im SOS-Kinderdorf Monrovia gibt es 15 Familienhäuser, die insgesamt 150 Kindern Platz bieten, ein Dorfleiterhaus und einen Verwaltungs- und Servicebereich, der auch ein SOS-Nothilfeprogramm beinhaltet, das im Juni 2003 ins Leben gerufen wurde und von ca. 40.000 Personen im Jahr in Anspruch genommen wird: Flüchtlingen am SOS-Kinderdorf-Gelände wird kurzfristige Lebensmittelhilfe gewährt, bedürftige Familien werden ein Jahr lang mit Lebensmittel versorgt, und auch eine SOS-Notklinik wurde für ein Jahr eingerichtet.

Von Anfang an waren dem SOS-Kinderdorf auch ein SOS-Jugendhaus (für Buben) und ein Kindergarten angeschlossen. Das SOS-Jugendhaus umfasst zwei Gebäude mit insgesamt 20 Schlafräumen, einer Küche, einem Speisesaal und einer Jugendberatungsstelle und bietet 40 Jugendlichen Platz. Die Übersiedlung ins SOS-Jugendhaus bedeutet für die Jugendlichen einen wichtigen Schritt in Richtung Verselbständigung, wobei die SOS-Mütter, die Dorfleiter und Psychologen sie sorgfältig darauf vorbereiten. Das Leben in den SOS-Jugendhäusern bietet den Jugendlichen ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit, sie werden lediglich von einem Erzieher betreut und auf diese Weise zunehmend zur Selbständigkeit erzogen. Der Aufenthalt in einem Jugendhaus wird mit ca. vier Jahren angesetzt, Jugendliche die noch in Ausbildung stehen oder auf Arbeitssuche sind, können aber auch länger bleiben.

Der Kindergarten (vier Klassenräume, eine Montessori-Klasse, Küche, Mehrzweckhalle, Nebenräume) wird von etwa 100 Kindern aus dem SOS-Kinderdorf und seiner näheren Umgebung besucht.

Im September 1985 wurde dann auch noch eine zum SOS-Kinderdorf Monrovia gehörige SOS-Hermann-Gmeiner-Schule (Grund- und Sekundarschule) eröffnet. 315 Schüler (mehr als die Hälfte sind externe Kinder aus der Umgebung) werden dort in neun Klassenräumen und fünf Spezialsälen (Physik- und Chemiesaal, Maschineschreibsaal, Nähraum, Werkraum, Bibliothek) unterrichtet und nutzen sowohl die Kantine als auch den Administrations- und Servicebereich.



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