SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Das tragische Schicksal von aufgrund von Traditionen verstoßenen, alleingelassenen Kindern im Norden von Togo veranlasste eine elsässische Ordensschwester Anfang der 70er Jahre, mit SOS-Kinderdorf International Kontakt aufzunehmen. Nach einem Besuch Hermann Gmeiners in Togo 1976 konnte im Oktober desselben Jahres ein Regierungsabkommen unterzeichnet werden. Gleichzeitig wurden zwei Grundstücke, eines in der Hauptstadt Lomé, ein zweites in der Provinzhauptstadt Kara, ca. 420 km nördlich von Lomé, von den Behörden an SOS-Kinderdorf überschrieben. So entstanden von Ende 1976 bis 1979 die SOS-Kinderdörfer in Lomé und Kara. Im April 1984 wurde der nationale SOS-Kinderdorf-Verein Togo gegründet und offiziell anerkannt.
Das SOS-Kinderdorf Kara wurde im September 1979 von den ersten Kindern besiedelt und umfasste neben dem Dorf mit vorerst fünf Familienhäusern auch eine Grundschule. Bis 1982 kamen weitere fünf Familienhäuser, ein SOS-Kindergarten, ein Schulgebäude mit sechs Klassen für die Grundschule sowie eine medizinische SOS-Mutter-Kind-Station mit Erste-Hilfe-Einrichtung und Labor dazu.
Das SOS-Kinderdorf Lomé öffnete im November 1979 seine Tore und besteht heute aus einem Dorf mit einem angeschlossenen Kindergarten. Ab 1986 entstanden in Kara und Lomé Jugendwohneinrichtungen sowie verschiedene Initiativen zur Verselbständigung der SOS-Jugendlichen. 1992/93 erlebte Togo eine schwere politische und wirtschaftliche Krise, die durch einen etwa zehn Monate dauernden Generalstreik ausgelöst wurde. Bis heute hat sich Togo von dieser Krise nicht erholt. SOS-Kinderdorf Togo unterstützte deshalb in den Folgejahren, besonders aber 1994 im internationalen Jahr der Familie, Projekte zur Entwicklung der Nachbarschaft der SOS-Kinderdörfer, beispielsweise beim Hausbau oder mit Impfkampagnen, Schulprogrammen und Starthilfen für Kleinbetriebe. Von der umliegenden Bevölkerung besonders geschätzt werden auch die Zusatzeinrichtungen in Kara - die Schule, die Farm und das medizinische Zentrum, welche eine große Hilfe für die Menschen in den abgelegenen nördlichen Provinzen darstellen. Im Juli 2005 konnte der Bau eines dritten SOS-Kinderdorfes samt Kindergarten, SOS-Hermann-Gmeiner-Schule und Sozialzentrum in der Stadt Dapaong im Norden des Landes in Angriff genommen werden. Das neue Kinderdorf hat im Laufe von 2007 seinen Betrieb aufgenommen und bietet 120 Kindern ein neues Zuhause.
Zurzeit gibt es in Togo drei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, ein SOS-Berufsbildungszentrum, vier SOS-Sozialzentren und ein SOS-medizinisches Zentrum.