SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die soziale und wirtschaftliche Situation im Honduras der 60er-Jahre war katastrophal: Viele Kinder wurden von ihren Familien verstoßen und mussten auf der Straße leben. Um das Elend der Kinder zu lindern, setzte sich Schwester María Rosa Legoll 1968 für die Verwirklichung der SOS-Kinderdorf-Idee in Honduras ein. Das erste SOS-Kinderdorf entstand 1970 in Tegucigalpa, der Hauptstadt des Landes.
Die Zahl der verwaisten Kinder wuchs mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen und politischen Lage. 1997 entspannte sich zwar die Beziehung zwischen Honduras und dem Nachbarstaat El Salvador - Grenzstreitigkeiten wurden beigelegt - trotzdem blieb die politische Situation im Land instabil. SOS-Kinderdorf verstärkte sein Engagement in Honduras und errichtete fünf weitere SOS-Kinderdörfer,
sowie zahlreiche SOS-Nebeneinrichtungen.
Im Oktober 1998 verwüstete der Hurrikan "Mitch" weite Teile des Landes. Kurz darauf startete SOS-Kinderdorf ein umfangreiches SOS-Nothilfeprogramm: 3.000 Familien wurden mit Lebensmitteln versorgt, Medikamente an Spitäler verteilt, Kindern und ihren Müttern Notunterkünfte zur Verfügung gestellt und obdachlose Familien beim Wiederaufbau ihrer Häuser finanziell unterstützt. Aus dem Nothilfeprogramm gingen ein SOS-Kinderdorf und ein SOS-Sozialzentrum in Choluteca, den am schwersten betroffenen Ort, hervor.
2005 startete SOS-Kinderdorf Familienförderprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Honduras sieben SOS-Kinderdörfer, fünf SOS-Jugendeinrichtungen, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, ein SOS-Berufsbildungszentrum, sechs SOS-Sozialzentren und ein SOS-medizinisches Zentrum.