Hauptstadt: Tirana
Fläche: 28.748 km²
Bevölkerungszahl: 3,1 Millionen (Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: 95% Albaner, 3% Griechen
Amtssprache(n): Albanisch (Toskisch)
Religion(en): Moslems 70%, albanisch-orthodox 20%, römisch-katholisch 10%
Währung: 1 Lek = 100 Quindarka
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Im Sommer 1992 besuchten zwei Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf International Albanien, um sich von den katastrophalen Umständen, die in dem Land herrschten, ein Bild zu machen. Besonders die Zustände im Kinderheim von Tirana, der Hauptstadt Albaniens, ließen SOS-Kinderdorf International schnell handeln. Mit Hilfe der österreichischen Botschaft in Tirana kam es am 7. Oktober 1992 zur Unterzeichnung eines Regierungsabkommens. Am 23. März 1994 fand die Grundsteinlegung statt und im Juli 1995 besiedelten die ersten Familien ihr SOS-Kinderdorf in Sauk, einer kleinen Gemeinde südöstlich der Hauptstadt. Dem SOS-Kinderdorf sind ein SOS-Kindergarten und eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule mit Kantine angeschlossen. In der Kantine werden Ausbildungskurse angeboten.
Während der politischen Unruhen im Herbst 1998 wurden der SOS-Kindergarten und die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen. Im Frühjahr 1999 leistete SOS-Kinderdorf Tirana spontan Nachbarschaftshilfe und bot den Flüchtlingen aus dem benachbarten Kosovo Unterkunft. Ein SOS-Nothilfeprogramm wurde gestartet. Die Verpflegung der Flüchtlinge wurde durch die Kantine der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule sichergestellt. Durch den Umbau zweier angemieteter Gebäude erhielten 700 Flüchtlinge ein Quartier. Im September 1999 wurde das "Spielmobil-Projekt" eingeführt, um den kriegstraumatisierten Kindern den Weg zurück in den Alltag zu erleichtern (derzeit ist dieses Projekt vorübergehend gestoppt).
Nachdem die meisten Flüchtlinge, die weiterhin finanziell unterstützt wurden, wieder in ihre Heimat zurückgekehrt waren, wurden die Gebäude der Stadt Tirana zur Verfügung gestellt und als Kindergärten genützt. Auch die anderen SOS-Kinderdorf-Nothilfeeinrichtungen (Studentenheim und Kantine) wurden am 15. Dezember 1999 an die albanischen Behörden übergeben. Ein halbes Jahr später entstand auf dem Gelände des Studentenheims mit Hilfe von SOS-Kinderdorf International die erste Kinderbibliothek Albaniens. "Home of Books" bietet den Kindern neben heimischer Literatur auch fremdsprachige Bücher an, sowie andere Freizeitbeschäftigungen wie Töpfern, Malen, Computer, Fremdsprachen lernen und vieles mehr, um sie von der Straße fernzuhalten.
Die SOS-Jugendarbeit in Albanien begann im Jahre 2001, als die ersten SOS-Jugendlichen in gemieteten Wohnungen in Tirana übersiedelten. Anfang 2005 wurde eine größere Wohnung gekauft, um den wachsenden Bedarf an Wohnmöglichkeiten für die SOS-Jugendlichen gerecht zu werden. Im Oktober 2003 hat das SOS-Kinderdorf Tirana ein neues Projekt initiiert, "open up the village", um bedürftige Familien zu unterstützen und um damit zu verhindern, dass diese aus Armut ihre Kinder weg geben.Dieses Programm wurde Anfang 2006 erweitert.
Anfang 2007 startete SOS-Kinderdorf ein weiteres Familienförderprogramm in Tirana. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Albanien direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Albanien ein SOS-Kinderdorf, einen SOS-Kindergarten, eine SOS-Jugend-einrichtung, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule und zwei SOS-Sozialzentren (Familienstärkungs-programme).