Hauptstadt: Tallinn
Fläche: 45.227 km²
Bevölkerungszahl: 1,4 Millionen (Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: 62% Esten, 30% Russen und 3% Ukrainer
Amtssprache(n): Estnisch
Religion(en): Luthertum (60%)
Währung: 1 Estnische Krone = 100 Sent
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die Arbeit von SOS-Kinderdorf in Estland begann 1992, kurz nachdem Estland die staatliche Unabhängigkeit von der ehemaligen Sowjetunion wieder erlangte. Zu diesem Zeitpunkt gab es dort ein sehr schlecht ausgebautes soziales Fürsorgesystem sowie trostlose Kinderheime. Die Errichtung einer adäquaten Einrichtung für Kinder in Not war dringend notwendig. Um dies verwirklichen zu können, wurde am 25. September 1992 ein Regierungsabkommen zwischen SOS-Kinderdorf International und der Republik Estland unterzeichnet.
Das erste SOS-Kinderdorf wurde in Keila, einer Kleinstadt etwa 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tallinn, erbaut, und im Dezember 1994 konnten die ersten vier Kinder ihr neues Zuhause beziehen. Im Mai 1995 erfolgte die bauliche Fertigstellung des zugehörigen SOS-Kindergartens und der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule, die aufgrund ihres hohen pädagogischen Niveaus einen sehr guten Ruf genießen. Am 16. Juni 1995 wurde das SOS-Kinderdorf Keila samt Zusatzeinrichtungen feierlich eröffnet. Mit den Jahren wuchsen die Kinder zu Jugendlichen heran, was den Kauf eines Hauses in Keila zwecks SOS-Jugendeinrichtung notwendig machte. Im September 1999 übersiedelten die ersten Jugendlichen in das Jugendhaus. Im Herbst 2002 wurde in Tallinn eine weitere Wohnung für die Jugendlichen aus dem SOS-Kinderdorf Keila angemietet.
Bald darauf musste noch mehr Platz für die Jugendlichen geschaffen werden und man entschied sich zum Bau eines Jugendhauses in Keila, welches im Frühjahr 2004 besiedelt wurde. Da dieses größer war und somit mehr Jugendliche unterbringen konnte, wurde das erste SOS-Jugendhaus verkauft.
Seit 2004 ist in Ost-Viru ein SOS-Sozialzentrum in Betrieb, mit dem Ziel, bedürftige Familien materiell und psychologisch zu unterstützen, ihnen Hilfestellung bei der Kindererziehung anzubieten und die Teilnahme an Persönlichkeitsbildenden Seminaren zu ermöglichen.
Zurzeit gibt es in Estland ein SOS-Kinderdorf, eine SOS-Jugendeinrichtung, einen SOS-Kindergarten, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule und drei SOS-Sozialzentren (Programm zur Familienstärkung).
Website von SOS-Kinderdorf Estland (verfügbar auf Estnisch und Englisch)