Hauptstadt: Wien
Fläche: 83.858 km²
Bevölkerungszahl: 8,2 Millionen (Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: 90,7% Österreicher, 4,2% aus dem ehemaligen Jugoslawien, 1,7% Türken, und 3,4% Sonstige
Amtssprache(n): Deutsch
Religion(en): 88% römisch-katholisch, 6% protestantisch.
Währung: 1 Euro = 100 Cent
Unsere Einrichtungen
Hermann Gmeiner begann sich bereits in der Nachkriegszeit in Innsbruck der Jugendarbeit zu widmen. Angesichts des Elends der Kriegswaisen und verlassener Kinder und Jugendlicher, entwickelte der knapp 30-jährige Medizinstudent, den der frühe Verlust seiner eigenen Mutter geprägt hatte, die SOS-Kinderdorf-Idee. 1949 gründete er mit Freunden in Innsbruck die "Societas Socialis" (SOS), eine Gesellschaft, die ein Jahr später in den Verein "SOS-Kinderdorf" umgewandelt wurde.
Hermann Gmeiner investierte seine gesamten Ersparnisse in den legendären, ersten Aufruf an die Österreicher, einen Schilling pro Monat zu spenden. Der unerwartet große Erfolg schuf die Basis für den Bau des ersten SOS-Kinderdorfes der Welt in der Tiroler Gemeinde Imst, dessen erster Dorfleiter zunächst er selbst war.
Die rasch wachsende Zahl der Spender ließ Hermann Gmeiner Anfang der 1950er-Jahre an die Realisierung neuer SOS-Kinderdorf-Projekte in Österreich und auch im benachbarten Ausland denken. In den folgenden Jahren wurden in allen Bundesländern Österreichs, mit Ausnahme Wiens, SOS-Kinderdörfer mit angeschlossenen Einrichtungen gegründet. 1955 wurde das erste SOS-Jugendhaus in Innsbruck errichtet. Ende der 1950er Jahre ging das SOS-Kinderdorf Wienerwald in Hinterbrühl bei Wien in Betrieb, das im Laufe der Zeit mit über 20 Familienhäusern zum größten SOS-Kinderdorf Westeuropas anwuchs. 2006 ging das erste „städtische“ SOS-Kinderdorf Österreichs in Wien-Floridsdorf in Betrieb, das aus angemieteten Wohnungen und einem Sozialzentrum (dem „FamilienRAThaus“) besteht.
Der rasanten Entwicklung von SOS-Kinderdorf auf weltweiter Ebene wurde 1960 mit der Gründung des Dachverbandes "SOS-Kinderdorf International" Rechnung getragen. Seit 1981 beschäftigte sich die Hermann-Gmeiner-Akademie mit dem wissenschaftlichen Hintergrund für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie für die Ausbildung der SOS-Kinderdorf-Mütter und anderer SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter/innen. Diese Aufgabe übernahm 2007 der internationale Dachverband; die Hermann-Gmeiner-Akademie wird seitdem als reines Seminarzentrum geführt. Beide Vereine haben ihren Sitz in Innsbruck.
1986 starb Hermann Gmeiner; sein Lebenswerk wird aber in Österreich und auf der ganzen Welt zum Wohle der Kinder erfolgreich fortgesetzt. Auch wenn Österreich inzwischen ein hochentwickeltes Land im Zentrum Europas ist, gibt es gerade auch hier Kinder und Jugendliche, die Geborgenheit und liebevolle Fürsorge in ihrer eigenen Familie nicht finden.
Mit dem Ziel den Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Betreuung und Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben geben zu können, wurden neben den SOS-Kinderdörfern eine Reihe von weiterführenden und unterstützenden Einrichtungen geschaffen, um die Integration in das gesellschaftliche Umfeld zu unterstützen und berufliche Perspektiven zu eröffnen.
Zurzeit gibt es in Österreich elf SOS-Kinderdörfer mit dazugehörigen SOS-Jugendeinrichtungen, acht SOS-Kindergärten, ein SOS-Berufsbildungszentrum für SOS-Mütter und Mitarbeiter, zehn SOS-Sozialzentren und ein SOS-medizinisches Zentrum.