Haiti: SOS-Nothilfe erreicht rund 15.000 Kinder

23.02.2010 - Sechs Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti: Inzwischen haben 357 verwaiste und unbegleitete Kinder im SOS-Kinderdorf Santo bei Port-au-Prince Schutz und Betreuung gefunden. In der Umgebung des SOS-Kinderdorfs versorgen SOS-Mitarbeiter derzeit rund 14.300 Kinder und deren Familienangehörige mit Hilfsgütern. Das große Ziel bleiben die Basisversorgung von insgesamt 40.000 Kindern und Wiederaufbauhilfe über viele Jahre. Bitte helfen Sie mit!

Mädchen im SOS-Kinderdorf Santo
Schutz und Betreuung: Ein Mädchen, das von einem der Zeltcamps ins SOS-Kinderdorf bei Port-au-Prince gebracht wurde.
SOS-Teams gehen in die Zeltcamps der Erdbebenopfer, um dort unbegleitete Kinder ausfindig zu machen, die ihre Eltern verloren haben oder im Chaos von ihren Familien getrennt wurden. Unsere Mitarbeiter identifizieren dabei auch viele Kinder, die schwer unterernährt und dehydriert sind. Viele sind so schwer krank und entkräftet, dass ihr Gesundheitszustand lebensbedrohlich ist.

Das SOS-Kinderdorf in Santo nimmt unbegleitete und besonders bedürftige Kinder auf, um sie in einer geschützten und kinderfreundlichen Umgebung zu versorgen und zu betreuen. Täglich kommen neue hinzu. Allein am 17. Februar wurden 126 Mädchen und Jungen ins SOS-Kinderdorf gebracht. 25 von ihnen mussten im nahe gelegenen brasilianischen Krankenhaus medizinisch behandelt werden. Viele der Mädchen und Jungen sind traumatisiert und werden von SOS-Helfern auch psychotherapeutisch betreut.

In vielen Fällen ist noch nicht geklärt, ob die Kinder Familienangehörige haben, die sie bei sich aufnehmen können. Bei einigen Mädchen und Jungen steht jedoch bereits fest, dass sie durch die Katastrophe zu Vollwaisen geworden sind und nicht bei Verwandten unterkommen können. Andere wiederum wurden von Angehörigen ins SOS-Kinderdorf gebracht, weil sie nicht in der Lage sind, in den Zeltstätten für die Kinder zu sorgen.

Weitere Kinder können in Notunterkünften auf dem SOS-Gelände aufgenommen werden

Die Kinder werden in den nächsten Monaten im Kinderdorf Schutz und Betreuung finden. Oberstes Ziel ist, die Kinder wieder mit ihren Familien zu vereinen und diesen Unterstützung anzubieten. Mädchen und Jungen, die keine Angehörigen mehr haben, können im SOS-Kinderdorf ein dauerhaftes Zuhause finden.

Um weitere unbegleitete Kinder im SOS-Kinderdorf aufnehmen zu können, werden derzeit auf dem SOS-Gelände in Santo Notunterkünfte errichtet. Bislang wurden die Kinder in den SOS-Familien des Kinderdorfs aufgenommen. Möglich ist dies aufgrund des beherzten Engagements der SOS-Mütter und Familienhelfer, die statt neun Kindern nun bis zu 20 Mädchen und Jungen zu versorgen haben. Insgesamt befinden sich im SOS-Kinderdorf nun 510 Mädchen und Jungen. 153 von ihnen sind SOS-Kinder, die im SOS-Kinderdorf bereits vor der Katastrophe ein neues Zuhause in einer SOS-Familie gefunden haben.

SOS-Nothilfe in Haiti: Mit den Menschen, für die Kinder! 

SOS-Nothilfe in Haiti: Kinder bei der Essensausgabe
Essensausgabe in einem der Gemeindezentren: Ein Mädchen füttert die kleine Schwester.
Unterdessen versorgen SOS-Mitarbeiter immer mehr Kinder und deren Familien in den Nachbarschaften des SOS-Kinderdorfs Santo mit Hilfsgütern (Lebensmittel, Medikamente, Decke, Matratzen, Hygieneartikel, Küchengeräte, Zelte oder Baumaterial). Täglich erreicht die SOS-Nothilfe derzeit insgesamt 14.000 Kinder.

Dabei arbeiten SOS-Mitarbeiter eng mit den Menschen in den örtlichen Gemeinden zusammen. SOS initiiert die Gründung von Selbsthilfe-Komitees, die aus bis zu sieben Personen bestehen. Die Komitees organisieren Sammelstellen für die Essensausgabe, die sie eigenverantwortlich betreiben. Dort kommt die Gemeinde täglich zusammen, kocht gemeinsam und verteilt das Essen an die Kinder. Die Komitees führen genaue Listen mit den Daten aller Kinder (Name, Adresse, Alter, familiärer Status) und sorgen für hygienische Bedingungen und Sicherheit. SOS-Teams fahren die Gemeindezentren regelmäßig an und versorgen sie mit Lebensmitteln. SOS-Mitarbeiter bieten vor Ort außerdem pädagogische Betreuung, individuelle Beratung und medizinische Hilfe. Die Menschen können bei den Hilfsmaßnahmen also aktiv mitwirken und es ist sichergestellt, dass die Hilfe direkt bei den Kindern ankommt.

Derzeit gibt es insgesamt 88 derartige Gemeindezentren. Wenn das Nothilfeprogramm von SOS-Kinderdorf in den kommenden Wochen seinen vollen Umfang erreicht hat, werden es 266 Zentren für die Versorgung von rund 40.000 Kindern sein.
Mittel- und langfristig sollen die sozialen Leistungen noch erweitert und die Selbsthilfe-Projekte ausgebaut werden.

Wiederaufbauhilfe über viele Jahre

In einer zweiten Phase planen die SOS-Kinderdörfer in Haiti ein umfassendes Wiederaufbauprogramm in einem Zeitraum von zehn bis zwölf Jahren. Schwerpunkte sollen sein:
- Bau von Familienhäusern
- Bau und Inbetriebnahme von Schulen
- Gesundheitszentren mit besonderem Schwerpunkt auf Mutter-Kind-Versorgung
- familiennahe Betreuung und Einrichtungen für Kinder ohne elterliche Fürsorge

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