Haiti: SOS-Kinderdörfer bauen Schule

Auf dem SOS-Gelände in Santo entsteht eine Schule für 420 Kinder

03.01.2011 - Die SOS-Kinderdörfer leisten in Haiti einen wichtigen Beitrag zum Ausbau des öffentlichen Schulsystems. Auf dem Grundstück des SOS-Kinderdorfes Santo wird eine neue Schule* gebaut. In den nächsten Jahren will SOS weitere öffentliche Schulen in Haiti errichten.

Schüler in der SOS-Schule in Santo
Unterricht in der bereits bestehenden SOS-Schule in Santo - Foto: Christian Martinelli
Ursprünglich war die Schule als Container-Schule geplant, um möglichst bald mit dem Unterricht beginnen zu können - doch mittlerweile steht fest: Die SOS-Kinderdörfer werden eine "richtige" Schule errichten. 

Nachdem sich die Verhandlungen wegen eines passenden Grundstücks für die Schule von Seiten der haitianischen Behörden unnötig in die Länge gezogen haben, entsteht die Einrichtung nun auf dem SOS-Gelände in Santo. So kann den Schülern schnell und unbürokratisch geholfen werden.

Schule mit zwölf Klassenzimmern

In der neuen Schule sollen zwölf Klassen jeweils vor- und nachmittags unterrichtet werden können. Nach der Fertigstellung kann die Einrichtung rund 420 Schüler aufnehmen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt das Projekt.

Die neue Schule liegt unweit der SOS-Grundschule in Santo, die vom Erdbeben verschont blieb. Dennoch musste der Unterricht damals für eine Zeit ruhen, da es an Lehrern fehlte und in den Klassenräumen vorübergehend Hilfsgüter gelagert werden mussten. Mit dem Neubeginn des Unterrichts war die Zahl der Schüler deutlich gestiegen. Jetzt ist das Schulgebäude schlichtweg zu klein: 31 Lehrer unterrichten jetzt mehr als 900 Kinder in zwei Schichten. Vorher waren es fast 700 Schüler. Mehrere Jahrgänge mussten mit dem Start des neuen Schuljahrs Anfang Oktober 2010 auf Zelte ausweichen.

Großteil der Schulen in Port-au-Prince wurden durch das Beben zerstört oder beschädigt

Das Haitianische Schulsystem war bereits vor der Katastrophe marode. Lediglich die Hälfte aller Kinder besuchte eine Schule. Von diesen Schülern kamen weniger als 50 Prozent über die sechste Klasse hinaus. Nur etwa jede zehnte Schule war eine staatliche Einrichtung. Kinder, deren Eltern sich den privaten Schulbesuch überhaupt leisten konnten, bekamen in der Regel einen unzureichenden Unterricht, der von gering qualifizierten Lehrkräften gehalten wurde. Die Gebühr hierfür konnte bis zur Hälfte des Familieneinkommens betragen. Durch das Beben wurden in der Hauptstadt Port-au-Prince rund 80 Prozent aller Schulen beschädigt oder zerstört. Mehr als 1300 Lehrer und etwa 38.000 Schüler starben, bis zu drei Millionen Schüler konnten zeitweise nicht zur Schule gehen.

SOS plant Bau weiterer Schulen in Haiti

Die Schule in Santo wird nicht die einzige neue Bildungseinrichtung der SOS-Kinderdörfer in Haiti bleiben. Allein in den nächsten drei Jahren plant SOS, drei öffentliche Schulen zu errichten, weitere sollen folgen.

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