Hilfe für Flut-Opfer in Malawi

SOS-Kinderdörfer stehen obdachlosen Familien bei

29.01.2015 - In Malawi herrscht weiter der Ausnahmezustand: Die Flut-Katastrophe hat unzählige Menschen obdachlos gemacht und Familien auseinandergerissen. Die SOS-Kinderdörfer leisten im Überschwemmungsgebiet im Süden des Landes humanitäre Hilfe, um Kinder wieder mit ihren Eltern zu vereinen.

Weggerissen von der Flut: Ein Junge zieht seine schlammige Schultasche aus den Trümmern seines zerstörten Familienhauses bei Blantyre, Malawi.

Nach sintflutartigen Regenfällen und Hagelstürmen sind weite Teile Malawis überflutet. Über 200.000 Menschen mussten im Süden des Landes vor den Wassermassen fliehen. Präsident Peter Mutharika hat nun die internationale Gemeinschaft erneut um Hilfe gebeten.

Im Katastrophengebiet befinden sich auch zwei der insgesamt vier malawischen SOS-Standorte: Blantyre und Ngabu. Das SOS-Kinderdorf in Ngabu ist zwar noch im Bau, doch die SOS-Familienhilfe ist dort bereits seit 2012 aktiv. In beiden Gemeinden wurden bislang 876 Mädchen und 804 Jungen registriert, die aufgrund der Überschwemmungen von ihren Eltern getrennt wurden.

Familien vereinen

"Diese Kinder leben nicht mehr unter einem Dach mit ihren Eltern, weil ihr Zuhause von der Flut zerstört wurden", sagt Phillip Tegha, Leiter der SOS-Familienhilfe in Malawi. "Sie, ihre Mütter und Väter sind bei verschiedenen Nachbarn untergekommen, deren Häuser von der Katastrophe verschont wurden und wo es gerade Platz gab."

Unterkünfte, Nahrungsmittel sowie medizinische Versorgung


Obdachlos: Die Flutkatastrophe in Malawi hat dieser Witwe und ihren Kinder in Blantyre alles genommen.

Die SOS-Kindedörfer führen getrennte Familien wieder zusammen und versorgen sie mit dem Nötigsten. "Die Familien brauchen Unterkünfte, Nahrungsmittel sowie medizinische Versorgung brauchen", sagt Tegha.

Trinkwassermangel, Malaria und mehr Regen

Da im Überschwemmungsgebiet Trinkwassermangel herrscht, leidet die Mehrheit der unter Fünfjährigen unter Durchfall – gerade für kleine Kinder kann dies lebensbedrohlich sein.
Auch die Malaria-Risiko ist stark erhöht: Das stehende Wasser zieht Moskitos an, denen die vielen Obdachlosen schutzlos ausgesetzt sind.
Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden, droht zudem eine weitere Gefahr: misshandelt oder sexuell missbraucht zu werden.

In den kommenden Wochen, so die Wetterprognose für Malawi, sind weiter Regenfälle zu erwarten – es ist also zu befürchten, dass sich die Lage der Menschen im Überschwemmungsgebiet weiter verschärft.

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