Spatenstich für neues SOS-Kinderdorf in Kenia

21.10.2009 - In Kisumu, am Ufer des Viktoriasees, entsteht Kenias fünftes SOS-Kinderdorf. Premierminister Raila Odinga tat feierlich den ersten Spatenstich. In seiner Ansprache betonte der Regierungschef die Bedeutung des Projekts für notleidende Kinder und Familien in der Region.

SOS-Kinder aus Eldoret tanzen
Spatenstich-Feier: SOS-Kinder aus dem Kinderdorf Eldoret führen einen Tanz vor.
Das Gelände wurde den SOS-Kinderdörfern in Kenia von der örtlichen Gemeinde gespendet. "Wir haben hier sehr viele Waisenkinder, die ihre Eltern aufgrund von HIV/Aids oder aus anderen Gründen verloren haben", sagte Jack Owiddo vom örtlichen Ältestenrat. In der Region ist etwa jeder Zehnte HIV-infiziert – damit ist die Aids-Rate doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. Auch haben die blutigen Unruhen, die in Kenia nach den Wahlen 2007/2008 aufflammten, tausenden Kindern die Eltern genommen.

Eine Zukunft für elternlose Kinder und notleidende Familien

Das neue SOS-Kinderdorf wird aus 15 Familienhäusern bestehen. Bis zu 150 elternlose und verlassene Kinder werden dort ein neues Zuhause finden. Zum Kinderdorf werden außerdem Zusatzeinrichtungen gehören, die bedürftigen Kindern und ihren Familien aus der Nachbarschaft offenstehen:

  • Kinder aus Kisumu
    Kinder aus der Nachbarschaft: Die SOS-Familienhilfe wird 6000 Kindern und Eltern eine Perspektive geben.
    SOS-Kindergarten
  • Grund- und Sekundarschule (entsteht in der zweiten Bauphase)
  • Sozial-Medizinisches Zentrum & SOS-Familienhilfe: Von dem Zentrum wird die SOS-Familienhilfe ausgehen, die bedürftige Kinder und deren Eltern unterstützt. Ziel ist es, Familien vor dem Zerbrechen zu bewahren und schrittweise zur Selbsthilfe zu befähigen - durch Saatgut, medizinische Versorgung, Schulgeld, Beratung und Fortbildung. Die SOS-Familienhilfe wird in Kisumu 6000 Kinder und Eltern in eine menschenwürdige Zukunft begleiten.

Premier Odinga: Wesentlicher Beitrag zur Entwicklung der Gemeinde

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Premier Odinga pflanzt feierlich einen Baum.
Bei der Spatenstichfeier stieg Premierminister Odinga, von Beruf Ingenieur, in einen Bagger und begann damit das Erdreich auszuheben. In seiner Rede betonte Odinga, das neue SOS-Kinderdorf und die von ihm ausgehende Nachbarschaftshilfe würden einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Gemeinde leisten. Der Premierminister sicherte zu, dass das Kinderdorf-Gelände in den nächsten Monaten an die Strom- und Trinkwasserversorgung angeschlossen werde.

Unter den zahlreichen Ehrengästen waren auch zwei örtliche Parlamentsabgeordnete. Einer von ihnen, Fred Outa, sagte den Zuhörern, er sei selbst Vollwaise und als Kind durch ein ähnliches Hilfsprojekt betreut und ausgebildet worden. "Wenn ich ein Projekt wie dieses sehe, bin ich wirklich bewegt", sagte er.