Krieg im Kongo: SOS-Kinderdörfer treffen Sicherheitsmaßnahmen

17.11.2008 - Trotz des angekündigten Waffenstillstands flammen im Osten des Kongo weiterhin Kämpfe auf. In der Region Südkivu, wo sich die SOS-Kinderdörfer Bukavu und Uvira befinden, herrscht angespannte Ruhe. Die beiden SOS-Kinderdörfer haben Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um Kinder und Mitarbeiter zu schützen.

Südkivu liegt südlich des Bürgerkriegsgebiets. Die Menschen leben dort in ständiger Angst, der Krieg könnte sich weiter nach Süden ausbreiten. Seit Anfang November bestimmen eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen den Alltag der SOS-Kinder und Mitarbeiter:

  • SOS-Kinderdorf Bukavu
    Eine Aufnahme aus friedlicheren Zeiten: Das SOS-Kinderdorf Bukavu
    Die Nahrungsmittel-Vorräte wurden in beiden SOS-Kinderdörfern aufgestockt, um die Versorgung für einen Monat sicherzustellen.
  • Beide Standorte wurden mit Erste-Hilfe-Ausrüstung ausgestattet, so dass die Ärzte der medizinischen SOS-Zentren im Ernstfall der umliegenden Bevölkerung beistehen können.
  • SOS-Kinder und -Jugendliche sind angewiesen, nach 18 Uhr die SOS-Kinderdörfer nicht zu verlassen.
  • In den SOS-Schulen sollen Schüler nach dem Unterricht so lange in den Klassenräumen bleiben, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden.
  • SOS-Mitarbeiter haben außerdem an die Provinzbehörden appelliert, die Sicherheitsmaßnahmen vor allem rund um das nördlichere SOS-Kinderdorf in Bukavu zu erhöhen.

Evakuierung zu gefährlich

Laut Marthe Kangene, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in der DR Kongo, wäre eine Evakuierung der beiden SOS-Kinderdörfer zu gefährlich: Die Fluchtwege wären unsicher, so Marthe Kangene, und es sei nicht klar, wohin die SOS-Kinder, Mütter und Mitarbeiter gebracht werden könnten. Außerdem fehle es an Transportmitteln.
Vor den Kämpfen im Ostkongo sind nach Schätzungen bislang mindestens 250.000 Menschen geflüchtet.