Mazedonien: SOS-Hilfe für Flüchtlingskinder

Mütter können Babys über Tage nicht wickeln

25.08.2015 - In Mazedonien wird die Lage der Flüchtlinge immer verzweifelter. Eine steigende Zahl von Flüchtlingen, viele davon Kinder, trifft auf ein Land, das dem Andrang kaum humanitäre Hilfe entgegensetzen kann. Die SOS-Kinderdörfer stehen Flüchtlingskindern und ihren Familien bei.

Flüchtlingsdrama an der mazedonischen Grenze: Kinder leiden besonders, Mütter können Babys über Tage nicht wickeln

"Das normale Leben hier steht still", berichtet SOS-Mitarbeiterin Katerina Ilievska aus dem Grenzgebiet von Mazedonien. "Die Flüchtlinge haben nichts. Obwohl Mazedonien seine Hilfe schon auf Mütter und Kinder konzentriert, fehlt es an allem. Besonders Babynahrung und Windeln sind Mangelware. Viele Mütter konnten ihre Babys seit Tagen nicht wickeln."

30.000 Flüchtlinge warten an der Grenze

Unterdessen warten 30.000 Flüchtlinge darauf, über die Grenze gelassen zu werden. "Wir können die Rufe der Menschen am Grenzzaun hören, die darum betteln durchgelassen zu werden. Es ist schrecklich", sagt Ilievska.

Windeln und Babynahrung


Verzweifelte Lage: Flüchtlingskind im Grenzgebiet - Fotos: Katerina Ilievska

Angesichts des Flüchtlingselends rufen die SOS-Kinderdörfer zu stärkerer humanitärer Hilfe in Mazedonien auf. SOS engagiert sich vor Ort und hat bereits die erste Ladung Babynahrung und Windeln über UNHCR verteilen lassen. "Was für einen Monat reichen sollte, war bereits nach ein paar Tagen verbraucht", sagt SOS-Mitarbeiterin Ilievska.

Aufnahme unbegleiteter Flüchtlingskinder

"Wir weiten jetzt unsere Nothilfe aus: Künftig verteilen wir nicht nur Babynahrung, sondern auch Decken, Windeln, Regenjacken etc. einfach alles, was gebraucht wird", so Ilievska weiter. "Mit dem Sozialministerium koordinieren wir aktuell die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ins Kinderdorf."