Seuche in Kambodscha: SOS-Schulen schließen

18.07.2012 - In Kambodscha grassiert eine rätselhafte Krankheit, die bislang fast 60 Kinderleben gefordert hat. Als Vorsichtsmaßnahme mussten nun zwei SOS-Schulen schließen.

Schüler der SOS-Schule in Phnom Penh, die jetzt wegen der Seuche geschlossen wurde - Foto: A.Halbhuber
Schüler der SOS-Schule in Phnom Penh, die jetzt wegen der Seuche geschlossen wurde - Foto: A.Halbhuber
Um die Ausbreitung der mysteriösen Krankheit einzudämmen, hat die kambodschanische Regierung angeordnet, alle Schulen des Landes zu schließen. Seit dem heutigen Mittwoch sind daher auch die beiden kambodschanischen SOS-Hermann-Gemeiner-Schulen, eine in Phnom Penh die andere in Battambang, bis auf Weiteres geschlossen. Die Mädchen und Jungen in den kambodschanischen SOS-Projekten blieben bislang von der Krankheit verschont, wie der nationale Direktor der SOS-Kinderdörfer mitteilt.

Vor allem kleine Kinder sind Opfer der Seuche

Seit April sind in Kambodscha fast 60 Kinder an einer mysteriösen Seuche gestorben. Die meisten Opfer waren unter drei Jahre alt und starben 24 Stunden nachdem sie ins Krankenhaus gebracht worden waren, so berichten Weltgesundheitsorganisation WHO und kambodschanische Regierung, die die Fälle gemeinsam untersuchen. Die Mehrheit der betroffenen Kinder litt demnach unter Fieber und Atemproblemen, einige auch unter neurologischen Störungen und Ausschlägen. Labortests konnten in den meisten Fällen den Enterovirus 71 (E-71) nachweisen, einen besonders aggressiven Erreger, der die Hand-Fuß-Mund-Krankheit auslöst und häufig zu einem schweren Verlauf führt.

Ähnliche Krankheitsfälle werden aus dem benachbarten Thailand gemeldet. Im vergangenen Jahr hatte der E-71-Virus zu einer Epidemie in Vietnam geführt.