Somalia: Hilfe zur Selbsthilfe für Familien

03.07.2012 - Nach wie vor hungern im Bürgerkriegsland Somalia hunderttausende Kinder. Die SOS-Kinderdörfer leisten weiter Nothilfe in Flüchtlingscamps. Gleichzeitig geht in Somalia die Soforthilfe in nachhaltige Selbsthilfe-Projekte für Familien über.
SOS-Hilfe für Familien im Süden Somalias
Erst Lebensmittelhilfe, jetzt Saatgut und landwirtschaftliche Geräte: Die SOS-Kinderdörfer in Somalia ermöglichen 3000 Familien einen Neuanfang.
Vor einem Jahr rüttelten die Bilder hungernder Kinder am Horn von Afrika die Weltöffentlichkeit wach: Angesichts der Dürre- und Hungerkatastrophe lief damals die Hilfe der internationalen Gemeinschaft an. Im Februar 2012 erklärten die Vereinten Nationen dann die Hungerkrise offiziell für beendet. Doch zur Jahresmitte waren nach UN-Angaben 320.000 Kinder in Somalia akut mangelernährt. In dem Bürgerkriegsland bleiben rund 1,3 Millionen Flüchtlinge, die Hälfte davon Mädchen und Jungen, weiter auf Hilfe angewiesen.

 

"Es hat geregnet, aber eine Hauptursache der Hungersnot ist immer noch allgegenwärtig in Somalia: der Bürgerkrieg", sagt Ahmed Ibrahim, Direktor der SOS-Kinderdörfer in Somalia. "Wegen der Unsicherheit kehren viele Flüchtlinge nicht zurück."

Neuanfang für 3000 Familien

Während der Hungersnot versorgten die SOS-Kinderdörfer im Großraum Mogadischu und der Bay-Region im Süden des Landes monatlich 3000 Familien, insgesamt rund 18.000 Menschen, die meisten von ihnen Kinder, mit Lebensmitteln.
Diese 3000 Familien unterstützt SOS nun durch Selbsthilfe-Projekte, um ihnen einen Neuanfang zu ermöglichen:

  • In der südsomalischen Bay-Region unterstützt SOS 1479 Familien mit Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten.
  • 521 Hirtenfamilien erhalten Vieh als Grundstock für neue Herden, da ihre Tiere während der Dürre verendet sind: Jede Familie erhielt drei weibliche Ziegen und einen Ziegenbock.
  • Praktische Beratung und technische Unterstützung ermöglichen es den Bauern- und Hirtenfamilien ihre Erträge zu steigern.
  • In Mogadischu haben 1000 Familien finanzielle Starthilfen erhalten, um ein eigenes Kleingewerbe aufbauen zu können. Jugendliche absolvieren eine Berufsausbildung und bekommen eine Grundausstattung mit Werkzeugen.

Medizinische Hilfe für unterernährte Kinder

Zwei SOS-Nothilfezentren in der Bay-Region im Süden Somalias sowie eines in Mogadischu setzen ihre Arbeit bis Ende des Jahres fort. Insgesamt versorgen die drei Zentren 3000 schwer unterernährte Kinder.

Betreuung traumatisierter Kinder in den Flüchtlingscamps

 

Spielende Kinder im Flüchtlingslager Badbado/Mogadischu
Spielende Kinder im Flüchtlingslager Badbado/Mogadischu: SOS-Mitarbeiter betreuen und unterrichten in Camps rund 700 Mädchen und Jungen.
In den Flüchtlingslagern in Mogadischu und Baidoa im Süden Somalias betreuen SOS-Mitarbeiter nach wie vor Kinder in geschützten Bereichen: Sie bieten derzeit 700 Mädchen und Jungen Spieleaktivitäten, Gesang und Tanz sowie einen elementaren Schulunterricht. Auf dem Stundenplan stehen: Lesen und Schreiben sowie Rechnen. In den geschützten Bereichen bekommen die Kinder außerdem täglich Mahlzeiten. Die psychosoziale Betreuung durch SOS-Mitarbeiter hilft den Kindern, das Trauma von Krieg und Flucht zu verarbeiten. Auch die Mütter der Kinder erhalten von den SOS-Kinderdörfern psychologischen Beistand und medizinische Hilfe, speziell auch für Opfer sexueller Gewalt.

 

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Seit Mitte 2011 hat die SOS-Nothilfe in Somalia das Überleben von 72.000 Menschen, in erster Linie Kinder und Mütter, gesichert. Möglich war dies nur dank Ihrer Unterstützung!

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