Somalia: Kinder vom Hungertod bedroht

Hungersnot bahnt sich an: SOS-Kinderdörfer leisten Hilfe

23.02.2017 - Nach zweijähriger Dürre bahnt sich in Somalia eine Hungersnot an. Hunderttausende Kinder sind vom Hungertod bedroht. Die SOS-Kinderdörfer leisten humanitäre Hilfe.
Am Boden sitzende Kinder im Camp in Baidoa, Somalia
Erneut sind unzählige Kinder in Somalia vom Hungertod bedroht. Wie schon während der Hungersnot 2011 leisten die SOS-Kinderdörfer humanitäre Hilfe.

Seit zwei Jahren hat es in Teilen Somalias nicht geregnet. Die Felder sind verdorrt, das Vieh verendet, Nahrungsmittelpreise explodieren. Aktuell leiden bereits 185.000 Kinder unter akuter schwerer Mangelernährung, so die UN, und in den nächsten Wochen und Monaten droht die Zahl auf 270.000 zu steigen. Immer mehr Menschen fliehen vor Hunger und Wasserknappheit aus ihren Heimatdörfern.

Medizinische Hilfe für akut mangelernährte Kinder

Besonders dramatisch ist die Lage in der Bay-Region, wo die SOS-Kinderdörfer in der Stadt Baidoa ein Medizinisches Zentrum betreiben. "Unsere Mitarbeiter behandeln dort immer mehr akut mangelernährte Kinder unter fünf Jahren, die besonders vom Hungertod bedroht sind", berichtet Mohammed Ahmed, SOS-Leiter in Somalia/Somaliland. "Weil sauberes Trinkwasser immer knapper wird, erkranken viele an schwerem Durchfall und verschlimmert wird die Lage aktuell noch durch einen Masernausbruch – gerade für mangelernährte kleine Kinder ist das lebensbedrohlich."

Während sich die Hungerkrise immer weiter zuspitzt, ist das medizinische SOS-Zentrum in Baidoa an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Die SOS-Kinderdörfer in Somalia verstärken daher ihre humanitäre Hilfe für Kinder und Familien.

Während der Hungersnot 2011 in Somalia leisteten die SOS-Kinderdörfer ebenfalls Nothilfe. Damals starben 260.000 Menschen, die Hälfte davon Kinder unter fünf Jahren, nachdem die internationale Hilfe im Bürgerkriegsland erst spät angelaufen war.