Liberia: SOS-Kinderdorf Juah Town evakuiert

2.000 Menschen suchen Schutz im SOS-Kinderdorf Monrovia

13.06.2003 - Drohende Kämpfe im Landesinneren machten die Evakuierung der Kinder aus Juah Town in das SOS-Kinderdorf Monrovia an der Küste Liberias notwendig. Inzwischen spitzt sich aber auch in der Hauptstadt die Lage zu. Weitere Waisenhauskinder sowie Mitarbeiter und Angehörige flüchteten in das SOS-Kinderdorf.

Der vereinbarte Waffenstillstand wird nicht eingehalten. Inzwischen stehen die Rebellen der LURD nur noch wenige Kilometer vor der Hilfseinrichtung. In einer aktuellen SOS-Sondermeldung wurde soeben berichtet, dass gestern Abend fast die gesamte Nachbarschaft, 1.700 Menschen, ebenfalls Schutz im Kinderdorf suchen.

Die politische Lage in Liberias Hauptstadt Monrovia hat sich drastisch verschlechtert. Truppen der Rebellenfraktion LURD stehen bereits in den Vororten unweit des SOS-Kinderdorfs. Gefechtslärm ist bereits zu hören. Im SOS-Kinderdorf selbst, wo zur Zeit auch die aus dem SOS-Kinderdorf Juah Town evakuierten Kinder untergebracht sind, ist die Lage augenblicklich noch ruhig. Einige Angehörige von Mitarbeitern haben im Lauf der Woche aus Sicherheitsgründen im SOS-Kinderdorf Zuflucht gesucht. 25 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 17 Jahren aus einem Waisenhaus in Monrovia wurden in zwei Klassenzimmern der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule untergebracht.

SOS-Gebäude in Monrovia dienen als Zufluchtsort

Nach wie vor strömen Menschen aus Angst vor den Kämpfen in die Stadt, die Flüchtlingsversorgung und -unterbringung ist chaotisch. Alle Schulen und Banken sind geschlossen, auch der öffentliche SOS-Kindergarten und die SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen haben ihren Betrieb eingestellt. Gestern Abend spitzte sich die Situation dramatisch zu. Fast die gesamte Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfs Monrovia flüchtete in die Hilfseinrichtung. Sämtliche SOS-Gebäude dienen nun der flüchtenden Bevölkerung als Zufluchtstätte.

Das SOS-Kinderdorf Juah Town im Grand Bassa County im Landesinneren, das bereits 1990 fertig gestellt worden war, konnte auf Grund des Bürgerkrieges erst im September 2002 offiziell eröffnet werden. Es war unter anderem von marodierenden Soldaten als Lager benutzt worden und musste einer Generalsanierung unterzogen werden.

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