Überschwemmungen in Brasilien: SOS-Kinderdorf Recife beschädigt

Beschädigtes Abwassersystem gefährdet die Gesundheit der Kinder

08.07.2010 - Tagelange Regenfälle in den Provinzen Alagoas und Pernambuco im Nordosten Brasiliens haben Ende Juni zu starken Überschwemmungen geführt. 27 Gemeinden wurden zerstört und zehntausende Menschen haben ihr Zuhause verloren. 100.000 Menschen wurden wegen Seuchengefahr evakuiert. Auch die SOS-Kinderdörfer in Brasilien blieben nicht verschont: In Recife/Igarassu entstanden zum Teil schwere Schäden in SOS-Einrichtungen. So muss das Abwassersystem im SOS-Kinderdorf Recife/Igarassu so schnell wie möglich instandgesetzt werden, um die Gesundheit der Kinder zu schützen.

Brasilien-Karte mit SOS-Standorten
Die Überschwemmungen suchten den Nordosten Brasiliens heim. Im SOS-Kinderdorf Recife/Igarassu richteten die Fluten schwere Schäden an.
Zwischen 17. und 20. Juni kam es in den brasilianischen Provinzen Alagoas und Pernambuco zu starken regionalen Überschwemmungen. Ursache waren derartig starke Regenfälle, dass innerhalb weniger Tage die durchschnittliche Niederschlagsmenge eines ganzen Monats zusammenkam. Nach einem Dammbruch wurden mehrere Orte überflutet, die Wassermassen zerstörten Brücken und unterbrachen Straßenverbindungen zu dutzenden Städten.

57 Menschen sind bei den Überschwemmungen ums Leben gekommen, 69 wurden als vermisst gemeldet. Fast jede zehnte Gemeinde in der Region ist betroffen, die meisten davon wurden stark zerstört. Mindestens 54.000 Familien haben ihr Zuhause verloren. Nach den Verwüstungen durch die Wasser- und Schlammmassen befürchten die Rettungskräfte nun weitere Schwierigkeiten. Die Trinkwassersituation ist so kritisch, dass die Regierung wegen der Seuchengefahr bereits 100.000 Menschen aus der Region evakuiert hat.

In den betroffenen SOS-Sozialzentren Recife und Igarassu und im SOS-Kinderdorf Recife/Igarassu sind Kinder, Mütter und Mitarbeiter unversehrt. Die Infrastruktur mehrerer SOS-Einrichtungen wurde jedoch beschädigt.

Die wichtigste Aufgabe seien die Reparaturarbeiten an der Kanalisation, da das verunreinigte Wasser nicht über die beschädigten und überlasteten Systeme ablaufen könne, berichtet der nationale Direktor der SOS-Kinderdörfer in Brasilien, der sich vor Ort ein Bild von den Schäden gemacht hat. Überall im SOS-Kinderdorf Recife/Igarassu bilden sich Abwasserlachen, die ein Gesundheitsrisiko für die Kinder darstellen. "Wir müssen dringend die Abwasserleitungen des Kinderdorfs und des Sozialzentrums Igarassu an die öffentliche Kanalisation anschließen und dann den Neubau eines Klärtanks und eines Lüftungskamins vorantreiben", so der nationale Direktor.