Zentralafrika: SOS-Kind erschossen

11-jähriger Junge von einem Querschläger getroffen

13.10.2014 - Tragische Todesnachricht aus Zentralafrika: Bei Schießereien in der Hauptstadt Bangui ist ein Junge (11) aus dem dortigen SOS-Kinderdorf getötet worden.

Unzählige Kinder in der zentralafrikanischen Republik leiden unter den Auswirkungen des Bürgerkriegs.  Foto: Sylvain Cherkaoui

Der 11-Jährige aus dem SOS-Kinderdorf Bangui war am vergangenen Donnerstag bei Verwandten zu Besuch, als er in ein Feuergefecht zwischen verfeindeten Milizen geriet und dabei von einer Kugel getroffen wurde. Obwohl der Junge sofort in ein Krankenhaus in der Hauptstadt gebracht wurde, starb er noch in der gleichen Nacht an seinen schweren Verletzungen. "Wir sind entsetzt über den Ausbruch der Gewalt, der vor Kindern nicht Halt macht“, erklärte Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Tragisch: SOS-Junge starb bei Verwandtenbesuch

Die Umstände des Todes sind tragisch: Fast zwei Jahre lang durften die Kinder das Gelände des SOS-Kinderdorfs in Bangui wegen des Bürgerkriegs nicht verlassen. In den vergangenen Wochen schien sich die Lage beruhigt zu haben, seit einem Monat läuft eine UN-Friedensmission im Land. Deshalb erhielten die Kinder nun die Erlaubnis, endlich wieder ihre Verwandten zu sehen. "Beim diesem Besuch wurde der Junge von der Kugel getroffen. Unser tiefstes Mitgefühl geht an seine Verwandten, Freunde und seine SOS-Familie", sagt Marcel Koyadouma, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Zentralafrika. Das ganze Dorf in Bangui steht unter Schock.

Bürgerkrieg: Erneute Schießereien in Bangui

Auch Tage nach dem Unglück sind in Bangui noch Schießereien zu hören. Die Stadt wirkt wie ausgestorben: Die Straßen sind leer, die Geschäfte haben geschlossen. Die Bevölkerung inklusive der SOS-Mitarbeiter bleibt in ihren Häusern. SOS-Leiter Koyadouma und sein Team beobachten die Situation sehr genau und haben Kontakt zu den UN-Mitarbeitern vor Ort aufgenommen, um das SOS-Kinderdorf und seine Umgebung weiterhin abzusichern. Sobald sich die Lage in der zentralafrikanischen Hauptstadt beruhigt hat, wird der erschossene Junge würdevoll beerdigt.

Seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen muslimischen und christlichen Milizen im Dezember 2012 wurden unzählige Menschen in der Zentralafrikanischen Republik getötet. Rund 900.000 Frauen, Männer und Kinder sind auf der Flucht, fast die Hälfte davon ist ins Ausland geflüchtet. Im Dezember 2013 starteten die SOS-Kinderdörfer ein Hilfsprogramm und leisten seither Nothilfe für Bürgerkriegsflüchtlinge. In Zentralafrika gibt es derzeit zwei Kinderdörfer. Dazu gehören zwei Kindergärten, zwei Schulen, zwei medizinische Zentren sowie zwei SOS-Sozialzentren mit Projekten der Familienhilfe.

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