Flüchtlingskrise: Kinder brauchen Hilfe!

SOS hilft Kindern und Familien auf der Flucht

Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, dem Irak oder Eritrea. Sie flüchten vor Krieg und Gewalt, Hunger und Hoffnungslosigkeit. Unzählige stranden nach endlosen Strapazen an der EU-Grenze, wo die Flüchtlingskrise besonders dramatisch ist. Die SOS-Kinderdörfer leisten Nothilfe für Kinder und Familien auf der Flucht.

Tausende sind an Europas Grenzen gestrandet

Ein Drittel der Flüchtlinge, die derzeit im Grenzort Tabanovce in Mazedonien festsitzen, sind Kinder und Jugendliche. Foto: Katerina Ilievska

Seit Jahresbeginn 2015 sind Hunderttausende nach Europa geflüchtet, allein nach Deutschland kamen im vergangenen Jahr nach offiziellen Angaben 1,1 Millionen Flüchtlinge. Nach Griechenland und Italien wurden auch Mazedonien oder Serbien zu zentralen Durchgangsländern in denen täglich Tausende Flüchtlinge in Lagern und großen Städten ankamen.

Seit der Schließung der Grenzen ist die Zahl der Menschen, die durch Europa reisen, stark zurückgegangen. Doch die Flüchtlinge, die derzeit in den Ländern entlang der so genannten Balkanroute ausharren, benötigen dringend Hilfe. Allein in Griechenland sitzen derzeit rund 50.000 Menschen fest.

Hilfe für Kinder und Familien in den Flüchtlingslagern

Die SOS-Kinderdörfer in Griechenland, Mazedonien und Serbien leisten weiterhin Nothilfe für Kinder und Familien, die in den Grenzorten und Flüchtlingslagern gestrandet sind und dort zum Teil über Wochen und Monate leben. So hilft SOS:

Für die Kinder, die im Flüchlingslager im mazedonischen Grenzort Tabanovce leben, sind die Spielmöglichkeiten im SOS-Zentrum eine willkommene Abwechslung. Fotos: K.Ilievska
Sprachunterricht durch SOS-Helfer im griechischen Flüchtlingslager Eleonas.
  • Schutz und Sicherheit: SOS bietet in Flüchtlingsunterkünften Nothilfe-Kitas an: sichere Orte, an denen Kinder geschützt sind und spielen können.
  • Mütter mit kleinen Kindern und unbegleitete Flüchtlingskinder erhalten Beratung, Hilfestellung und psychologische Unterstützung.
  • Unterkunft und Betreuung für unbegleitete Kinder
  • Schul- und Sprachunterricht: Im Camp Eleonas in Athen, wo sich viele Flüchtlinge länger aufhalten, unterrichtet ein SOS-Helfer Kinder auf Arabisch. Ein weiterer Lehrer bietet Englisch-Kurse für Kinder sowie Eltern an. Auch im mazedonischen Tabanovce können Flüchlingskinder im SOS-Zentrum regelmäßig Musik-, Computer- und Sprachunterricht besuchen. Die Aktivitäten werden derzeit ausgebaut.
  • Medizinische Hilfe: Ärztliche Hilfe und psychosoziale Unterstützung für Kinder und ihre Eltern.
  • Hilfsgüter: SOS-Mitarbeiter versorgen Familien und verteilen Säuglingsmilch, Spezialnahrung für unterernährte Kinder, Windeln, Hygieneartikel, Kleidung, Schuhe und Decken.
  • SOS ermöglicht den Zugang zu Internet/Telefon, damit die Geflüchteten Kontakt zu Familienmitgliedern aufnehmen und sich informieren können.
  • SOS schult Helfer vor Ort im Umgang mit traumatisierten Menschen.
Die SOS-Hilfe richtet sich vor allem an unbegleitete Flüchtlingskinder, Kinder, Mütter mit Babys, Jugendliche (vor allem Mädchen), Kinder mit Behinderungen oder Schwangere. Die SOS-Mitarbeiter arbeiten Hand in Hand mit lokalen Hilfsorganisationen und passen die Hilfe dem sich ständig wechselnden Bedarf an.

Flüchtlingswelle: Immer mehr Frauen und Kinder

Während die Mehrheit der Flüchtlinge zunächst Männer waren, nimmt die Zahl von Familien, Müttern mit Kindern, Schwangeren und unbegleiteten Minderjährigen laufend zu. Für sie ist die Flucht viel langwieriger, schwieriger und gefährlicher.

SOS-Helferin in Presevo, Serbien kümmert sich um Familien mit Kleinkindern, die im dortigen Flüchtlingslager untergekommen sind.
  • Die Flüchtlinge, die in den Lagern ankommen, sind erschöpft und nicht selten am Ende ihrer seelischen Kräfte. Unzählige Kinder sind bereits seit Monaten unterwegs und unterernährt.
  • Viele der Kinder leiden an Fieber, Erkältungskrankheiten oder Durchfall.
  • Da die Flüchtlinge ihre Rechte und die legale Situation im Land nicht kennen, geraten sie leicht in die Fänge von Schleusern.
  • Ohne Schutz und sichere Unterkünfte sind sie von Raub, Gewalt, Missbrauch, Menschenhandel und Ausbeutung (Schutzgelder, Wucher für Lebensmittel oder Fahrpreise) bedroht.
  • Viele Familien, vor allem aus Afghanistan, Pakistan und Somalia, sind durch die lange Flucht mittellos.
  • Etliche Familien wurden im Chaos der Flucht getrennt und sind traumatisiert.
  • Besonders gefährdet ist auch die steigende Zahl Jugendlicher, die ohne Begleitung aus ihrer Heimat fliehen.

Jetzt Kindern in Not helfen!

Helfen Sie Kindern und Familien, die vor Armut, Krieg und Gewalt auf der Flucht sind - helfen Sie mit Ihrer Spende!

 Jetzt helfen!

SOS-Nothilfe in Krisenregionen

In vielen Krisenregionen der Welt unterstützen die SOS-Kinderdörfer Kinder und Familien auf der Flucht:

Mitarbeiter der SOS-Nothilfe in Syrien
Ein Mitarbeiter der SOS-Nothilfe in Syrien eruiert den Hilfsbedarf in Latakia, wo viele obdachlos gewordene Menschen Zuflucht gesucht haben. Foto: Abdelkader Fayad
  • Der Großteil der Menschen, die aktuell in Europa Zuflucht suchen, stammt aus dem Bürgerkriegsland Syrien. In Syrien und auch im Nachbarland Libanon, wohin mehr als eine Million Syrer geflohen sind, leistet SOS bereits seit mehreren Jahren umfassende Nothilfe direkt vor Ort. SOS-Mitarbeiter betreuen und unterstützen Kinder und Familien, die unter den Kriegsfolgen leiden. Hier erfahren Sie mehr zur SOS-Nothilfe in Syrien und im Libanon.
  • Auf dem afrikanischen Kontinent richten sich verschiedene SOS-Hilfsprogramme an Familien, die vor Hunger, Dürre oder Krieg auf der Flucht sind. Aktuelles Beispiel ist die SOS-Nothilfe im Niger: Dort versorgen SOS-Helfer Kinder und Familien, die vor der Terrormiliz Boko Haram aus Nigeria geflüchtet sind.

  2015 - SOS-Hilfe entlang der "Balkanroute"

Hilfe für unbegleitete Flüchtlingskinder in Aufnahmeländern

In Deutschland und Österreich hat SOS langjährige Erfahrung bei der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. In beiden Ländern werden diese Hilfsangebote angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise ausgebaut. Auch die SOS-Kinderdörfer in Italien und in Finnland haben 2015 Projekte zur Betreuung von unbegleiteten Flüchtlingskindern gestartet.
Bitte beachten Sie: Die Hilfsangebote in diesen EU-Ländern werden durch die jeweiligen nationalen SOS-Vereine betrieben und werden nicht durch Spenden für die SOS-Flüchtlingshilfe der SOS-Kinderdörfer weltweit finanziert.

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