Ruanda: Landwirtschaftliche Hilfe

Entwicklungsprojekt für Bauernfamilien in Byumba

Ruandas Kleinbauern sind arm. Mehrere hunderttausend Kinder sind deshalb in Gefahr, ihre Familie zu verlieren. Damit es nicht so weit kommt, unterstützen die SOS-Kinderdörfer arme Familien, damit sie in absehbarer Zeit auf eigenen Beinen stehen und für ihre Kinder sorgen können – Hilfe zur Selbsthilfe ist das Konzept: durch Saatgut, Vieh, landwirtschaftliches Know-how und Mikrokredite.
Damit Kinder ihre Eltern nicht aufgrund von Armut verlieren unterstützt SOS in Ruanda Familien auf dem Land. Foto: Louay Yassin

Ruanda wird auch "Land der tausend Hügel" genannt. Über 80% der Bevölkerung Ruandas lebt auf dem Land, die meisten davon als Selbstversorger. Doch viele Familien reicht das Erwirtschaftete kaum zum Überleben, es herrschen Armut und Perspektivlosigkeit. Auch in der Umgebung des SOS-Kinderdorfes Byumba:

  • Mehr als ein Drittel der Bevölkerung rund um Byumba gilt als extrem arm, d.h. einem Haushalt mit durchschnittlich fünf Personen stehen weniger als 3 Euro am Tag zur Verfügung.
  • Viele Familien leben in einfachen Lehmhütten, ohne Strom, Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen.
  • Es fehlt den Menschen an Wissen, wie sie ihr Land bewirtschaften können. Sie haben kein Geld für gutes Saatgut, für Werkzeug oder Nutztiere.
  • Bodenerosion und Hangrutsche bedrohen die landwirtschaftliche Grundlage.
  • Viele Kinder sind unterernährt, da die Familien nicht genügend Nahrungsmittel zur Verfügung haben.

Hilfe für 900 Kinder und ihre Familien

SOS will 200 Haushalte - rund 900 Kindern und ihre Eltern - dabei unterstützen, wirtschaftlich auf  eigenen Beinen zu stehen:

Saatgut und Werkzeuge ermöglichen den Familien, eigenes Gemüse anzubauen. Foto: SOS-Archiv
  • Saatgut (z.B. Kartoffeln, Bohnen, Karotten, Kohl) und Werkzeug hilft den Familien, eigenes Gemüse anzubauen.
  • Schulungen vermitteln landwirtschaftliches Fachwissen.
  • Kühe und Schweine ermöglichen Tierzucht und Milchwirtschaft und liefern wertvollen Dünger.Die bessere Versorgung mit Gemüse und Frischmilch beugt Mangelernährung bei Kindern vor.
  • Mikrokredite helfen bei notwendigen Investitionen.
  • Durch den Bau von Terrassenfeldern und Maßnahmen zum Umweltschutz bleibt wertvolles Ackerland erhalten.
  • Weitere berufsbildende Maßnahmen (z.B. Schneiderei, Friseur- oder Schweißhandwerk) eröffnen den Familien zusätzliche Perspektiven für den lokalen Arbeitsmarkt.

Hilfe, die sich vervielfacht

Seit diese Familie eine Kuh besitzt, können ihre Kinder wieder zur Schule gehen. Foto: B. Pahlich

Im Rahmen des so genannten "revolvierenden Viehzuchtsystems" helfen sich die Familien in Byumba gegenseitig. Ein Komitee aus Mitgliedern der unterstützten Familien entscheidet, wer eine Kuh oder ein Schwein bekommt: Wer hat Erfahrung in der Aufzucht von Tieren? Wer kann genügend Futter anbauen, wer hat geeignete Stallungen? So werden die ersten Tiere vergeben. Wenn diese Tiere dann Nachwuchs bekommen, werden die weiblichen Tiere an weitere Familien weitergegeben. So kann sich das System in einigen Jahren verselbständigen. Männliche Tiere dürfen die Familien z.B. auf dem lokalen Markt verkaufen und so ihr Einkommen erhöhen.


Nach dem gleichen System wird auch das Saatgut unter den Familien weitergegeben. Nach der Ernte, die in Ruanda zweimal im Jahr möglich ist, geben die Familien die Menge an Saatgut, die sie erhalten hat, an andere Familien weiter. Mit dem zusätzlichen Saatgut können die Familien weiteres Gemüse anbauen.

Hilfe für Familien in Ruanda

Kinder dürfen Ihre Eltern nicht durch Armut verlieren. - Helfen Sie mit, dass Familien in Ruanda wieder selbst für ihre Kinder sorgen können - mit Ihrer Spende oder Patenschaft!

 Jetzt helfen!

Bereits seit 2006 unterstützen die SOS-Kinderdörfer in Ruanda nachhaltig bedürftige Familien, die auf dem Land leben. Diese Hilfe soll weitergehen! Jede Spende zählt!

Ihre Spende wirkt

  • Mit 91 Euro ermöglichen Sie den Kauf von Saatgut und Werkzeug, der einer Familie den Start in ein unabhängiges Leben ermöglicht.
  • Eine Kuh ist eine Investition in die Zukunft. Für den Kauf einer Milchkuh werden rund 480 Euro benötigt, 85 Euro für die Anschaffung eines Schweins.