SOS-Kinderdorf Blantyre

Wenn Kinder Hunger leiden, ihre Eltern erkranken oder sie zuhause missbraucht werden, laufen sie häufig fort und kämpfen alleine ums Überleben. Auf den Straßen der Stadt sind sie in höchstem Maße von sexueller Ausbeutung, einer Ansteckung mit HIV, Missbrauch und Gewalt bedroht. Tausende Kinder arbeiten, anstatt zur Schule zu gehen, und haben dadurch kaum Chancen auf eine bessere Zukunft.

Kinderarbeit ist in Blantyre nach wie vor ein sehr ernstes Problem

SOS-Kinderdorf bietet ein stabiles Zuhause für Kinder ohne elterliche Fürsorge (Foto: R. Klinger).
SOS-Kinderdorf bietet ein stabiles Zuhause für Kinder ohne elterliche Fürsorge (Foto: R. Klinger).

Blantyre ist mit rund 730 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt von Malawi und ein wichtiges Finanz- und Wirtschaftszentrum im Süden des Landes. Dennoch leben weite Teile der Bevölkerung sowohl in der Stadt als auch auf dem Umland unter äußerst prekären Bedingungen.

In den ländlichen Gebieten müssen zahlreiche Kinder in der Landwirtschaft arbeiten. Die meisten Menschen haben das Land der Tee- und Tabakplantagen nur gepachtet und müssen Produktionsvorgaben erfüllen. Viele Familien stehen daher unter großem Druck und sind auf die Arbeit ihrer Kinder angewiesen - Schätzungen zufolge müssen bis zu 80 Prozent aller Kinder zwischen zehn und 14 Jahren Kinderarbeit verrichten und verpassen daher die wichtigsten Jahre ihrer Schulbildung.

Viele Kinder, die Hunger leiden oder ihre Eltern verloren haben, ziehen alleine nach Blantyre und kämpfen dort auf der Straße ums Überleben. Junge Mädchen aus den verarmten ländlichen Gebieten werden häufig mit falschen Versprechungen angelockt und werden dann gezwungen, in der Sexindustrie zu arbeiten. Sie haben keinerlei Unterstützung und oft auch kein Zuhause mehr, in das sie zurückkehren könnten.

SOS-Sozialzentren zur Unterstützung aller Mitglieder der Gemeinde

SOS-Kinderdorf ist seit dem Jahr 2007 in Blantyre tätig. In jüngster Zeit haben wir unser Familienstärkungsprogramm in der Region weiter ausgebaut, um so viele notleidende Menschen wie möglich zu erreichen. Wir versuchen Familien vor der Zerrüttung zu bewahren, damit Kinder sicher und behütet in einem liebevollen Zuhause aufwachsen können.

Das SOS-Sozialzentrum in Blantyre unterstützt rund 2000 Kinder und Familien und stellt sicher, dass Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung erhalten. Wir unterstützen Familien bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen und bieten im Bedarfsfall Beratungen und psychologischen Beistand. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns für die Stärkung gemeindebasierter Unterstützungssysteme für notleidende Familien ein. Unsere Hilfe richtet sich vor allem an Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind.

Unsere Arbeit in Blantyre

Eine SOS-Familie auf dem Balkon (Foto: R.Klinger).
Eine SOS-Familie auf dem Balkon (Foto: R.Klinger).

Das SOS-medizinische Zentrum in Blantyre bietet der lokalen Bevölkerung eine medizinische Versorgung. Unsere besondere Unterstützung gilt Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind. Die Leistungen umfassen darüber hinaus allgemeine Vorsorgeuntersuchungen, Impfprogramme und Krankheitsprävention. Im Therapiezentrum werden Kinder mit Behinderungen ärztlich versorgt.

Das Zentrum ist in der Region einzigartig. Zu den Angeboten zählen Physiotherapie, Sprachtherapie, Ergotherapie und Orthopädie. Eltern und Betreuungspersonen erhalten praktische Unterstützung von Experten und psychologischen Beistand, um mit der Diskriminierung fertig zu werden.

Bis zu 150 Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 15 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. In der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule werden etwa 370 SchülerInnen unterrichtet. Sie können wahlweise auch Handarbeitskurse und Hauswirtschaftskurse belegen oder erste handwerkliche Fertigkeiten erlernen.
 

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