SOS-Kinderdorf Portoviejo

Die Provinz Manabí in Ecuador zählte schon immer zu den ärmsten Regionen des Landes. Am Standrand von Portoviejo kämpfen viele Familien, ums Überleben. 2016 haben Naturkatastrophen – Überschwemmungen und ein Erdbeben der Stärke 7,8 – der Region weiteres Leid beschert.

Armut bestimmt das Leben eines Großteils der Bevölkerung


Kinder aus notleidenden Familien werden im SOS-Sozialzentrum betreut (Foto: SOS-Archiv) 
Portoviejo mit einer Einwohnerzahl von etwa 230.000 ist die Hauptstadt der Provinz Manabí und befindet sich im Nordwesten von Ecuador. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft, vom Fischfang und dem Verkauf von Waren.

Manabí zählte immer schon zu den ärmsten Regionen des Landes. Rund 65 Prozent leben in Armut, die besonders in den ländlichen Gebieten sehr hoch ist. Tausenden Familien fehlt es an Trinkwasser, befestigten Straßen, Abwassersystemen, gesundheitlicher Versorgung und Strom.

Die Familien in Manabí waren 2016 schwer von Naturkatstrophen betroffen. Im Januar kam es durch heftige Regenfälle zu Überschwemmungen in der gesamten Region. Im April 2016 war Portoviejo eine der am schwersten vom Erdbeben betroffenen Städte. Mehr als 650 Menschen starben. Viele Familien verloren ihr Zuhause und brauchten sofortigen Schutz und Unterstützung.
 

Die Kinder leiden an Unterernährung und viele müssen arbeiten

Obwohl die Regierung in Bildung investiert hat, können mehr als 10 Prozent der Menschen weder schreiben noch lesen. Die meisten Kinder, die in Portoviejo leben, gehen zur Schule. Allerdings ist es für viele Familien, die außerhalb in kleineren Dörfern oder in  ländlichen Gebieten leben, schwierig, ihren Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Die Kosten für die Fahrt zur Schule und auch die Unterrichtsmaterialien übersteigen oftmals die knappen Mittel.
Kinder sind auch häufig gezwungen zu arbeiten.
 
Da die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle für viele Familien in der Region Manabí darstellt, müssen Kinder oft auf den Feldern arbeiten, gefährliche Maschinen bedienen und sind Pestiziden ausgesetzt.
 
Die Unterernährung stellt in der Region nach wie vor ein großes Problem dar. Rund 24.600 Kinder leiden unter chronischer Unterernährung. Armut und fehlende Informationen über Ernährung bedeuten, dass diese Kinder nicht die Nahrung erhalten, die sie für eine gesunde Entwicklung benötigen. Ihre Situation wurde durch die Überschwemmungen und das Erdbeben im Jahr 2016 verschlimmert. Es kam zu Nahrungsmittelknappheit in der Region.

Unsere Arbeit in Portoviejo


Im April 2016 begann SOS-Kinderdorf mit der Unterstützung von Familien, die ihr Zuhause verloren haben und Nothilfeunterkünfte benötigten (Foto: M. Garro).
Familien stärken: Wir bieten Tagesbetreuung, Schulung und psychologische Unterstützung für notleidende Familien, um sie vor dem Zerfall zu bewahren. In den letzten Jahren haben sich einige Eltern kleine Lebensmittel- und Nähgeschäfte aufgebaut und können dadurch für ihre eigenen Familien sorgen.

Wir arbeiten auch mit Familien von Häftlingen und unterstützen sie, während das Familienmitglied in Haft ist. 

Betreuung in SOS-Kinderdorf-Familien: Kinder ohne elterliche Fürsorge finden in einer der SOS-Kinderdorf-Familien ein liebevolles Zuhause. In Portoviejo werden Geschwister von ihren SOS-Kinderdorf-Eltern betreut.

Einige dieser Familien leben in Häusern, die in der Gemeinde integriert sind. Sofern es möglich ist, bleiben die Kinder in der Nähe ihrer Herkunftsfamilie und der Gemeinde in der sie aufgewachsen sind. Kinder, die sich in unserer Obhut befinden, besuchen gemeinsam mit Kindern aus der Nachbarschaft die Schulen und Kindergärten vor Ort.

Unterstützung für junge Menschen: In Portoviejo ist es für junge Menschen oft schwierig, selbständig zu werden. Wir geben Hilfestellung bei der Unterkunft und  bieten Beratung im Bereich Fort- und Hochschulbildung.

Anwaltschaft: SOS-Kinderdorf arbeitet mit anderen Organisationen zusammen, um die Situation von Familien zu verbessern und geeignete Betreuung für Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können, anzubieten.

Nothilfeprogramme: Nach dem Erdbeben im April 2016 leisteten wir Nothilfe für die betroffenen Familien und Kinder. In Portoviejo boten wir Beratungen an und unterstützen Familien, die in Nothilfequartieren im ehemaligen Flughafen untergebracht waren. Wir organisierten auch Freizeit- und Sportaktivitäten.

 

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