Francisco packt an

Tischler Francisco Erick arbeitet als SOS-Helfer beim Aufbau in Haiti mit

Francisco Erick will beim Aufbau Haitis selbst mitwirken. Im SOS-Kinderdorf Santo leitet er den Bau von Übergangshäusern.

Wiederaufbau in Haiti: SOS-Helfer Francisco Erick leitet den Bau von Übergangshäusern
Aufbau in Haiti: SOS-Helfer Francisco Erick leitet den Bau der Übergangshäuser im SOS-Kinderdorf Santo - Fotos: Mirco Lomoth
Nach den 35 Sekunden, die das Beben dauerte, war für Francisco Erick nichts mehr wie vorher. Er verlor seine Eltern. Sein Haus wurde ebenso zerstört, wie seine Universität und die Tischlerei, wo er Geld fürs Studium verdiente. Doch Francisco wehrt sich gegen Trostlosigkeit und Verzweiflung. Als SOS-Helfer leitet er den Aufbau der Übergangshäuser im SOS-Kinderdorf Santo.

Francisco Erick ist ein ruhiger Mann, 27 Jahre alt, ernst und sein Bart macht ihn älter, als er eigentlich ist. Das Beben hat sein Leben verändert. In den ersten Wochen lebte er mit seiner Frau und seiner zweijährigen Tochter in einem Notlager, dann brachte er sie zu Verwandten aufs Land und ging ins SOS-Kinderdorf Santo.

Als Junge besuchte Francisco die SOS-Schule in Cap Haitien


Die Übergangshäuser werden aus Fertigbauteilen errichtet. Die Unterkünfte werden dringend für die vielen Kinder benötigt, die nach dem Beben im SOS-Kinderdorf Zuflucht gefunden haben
Die SOS-Kinderdörfer hatten ihm schon einmal geholfen. Vor vielen Jahren konnte er im SOS-Kinderdorf in Cap Haitien zur Schule gehen, seine Eltern wohnten in der Umgebung. "Es war für mich damals die einzige Chance, ich stamme aus einer armen Familie", sagt er. "Die Politiker in Haiti helfen nicht den Armen." Deshalb hofft er jetzt auch nicht auf den haitianischen Staat. Er packt lieber selbst mit an.

Übergangshäuser für 300 unbegleitete oder elternlose Kinder

Francisco studierte zwar Wirtschaft, aber sein Geld hat er als Tischler verdient. Mit diesem Können hilft er Haiti beim Neuanfang. Auf dem Gelände im SOS-Kinderdorf Santo bei Port-au-Prince leitet Francisco Erick zum Beispiel den Bau der Übergangshäuser. Sie sind für die fast 300 unbegleiteten oder elternlosen Kinder, die nach dem Erdbeben im SOS-Kinderdorf unterkamen. "Die Kinder brauchen dringend diesen zusätzlichen Wohnraum", sagt Francisco.
Zeitweise mussten 20 statt zehn Kinder in den vorhandenen SOS-Familienhäusern betreut werden. Die zusätzlichen Häuser haben die Situation für die Familien entspannt. Inzwischen sind die provisorischen Häuser fertig. Francisco wird weiter anpacken.