Nicht ohne meinen Bruder

Jordensten und Jordan wurden durch das Beben in Haiti von ihrer Mutter getrennt

Zwei Brüder im SOS-Kinderdorf in Haiti
Über das, was sie erlebt haben, sprechen die beiden Brüder kaum, eher davon, wie es im Kinderdorf ist.
Jeder in Santo glaubte anfänglich, sie wären Zwillinge, auch weil ihre Namen ähnlich klingen. Dabei sind Jordensten und Jordan sechs und sieben Jahre alt. Aber keiner geht aus dem Blickfeld des anderen, sie gehen Hand in Hand durch das SOS-Kinderdorf, sitzen eng beieinander, geben sich gegenseitig Halt. Jordan, der Sechsjährige, wirkt gefestigter als Jordensten, kann ab und an lachen, vielleicht weil er weiß, dass wenigstens sein großer Bruder noch da ist, um auf ihn aufzupassen hier in dieser fremden Umgebung - und nach allem, was sie erlebt haben.

Nach dem Beben in Haiti strandeten die beiden Kinder in einem der Notcamps

Zum Zeitpunkt des Erdbebens waren Jordensten und Jordan gemeinsam mit ihrer Familie in Port-au-Prince. Ihr Vater und ihre Schwester starben, als Haitis Hauptstadt in Trümmern versank. Ihre Mutter wurde schwer verletzt, schaffte es aber, sich und ihre beiden Jungen in Sicherheit zu bringen.

Irgendwie überlebten sie die ersten Tage in einem der vielen Notcamps, auch mit Hilfe anderer Betroffener, die ihnen beistanden. Die verletzte Mutter wurde schließlich in eines der provisorischen Krankenhäuser gebracht.

Schutz und Betreuung im SOS-Kinderdorf in Haiti

Jordensten und Jordan blieben alleine im Camp zurück. Zusammen mit anderen unbegleiteten Kindern wurden sie im SOS-Kinderdorf Santo aufgenommen, wo SOS-Mitarbeiter sie in einem geschützten Umfeld betreuen.

Parallel versucht SOS in Zusammenarbeit mit den Behörden und anderen Hilfsorganisationen herauszufinden, was aus Jordenstens und Jordans Mutter geworden ist, deren Schicksal derzeit ungewiss ist. Es können Wochen und Monate vergehen, bis klar ist, ob die Jungen zu ihrer Mutter oder anderen Familienangehörigen zurückkehren können oder ob sie im SOS-Kinderdorf ein dauerhaftes Zuhause in einer SOS-Familie finden werden.

Über das, was sie erlebt haben, sprechen die beiden Brüder kaum, eher davon, wie es im SOS-Kinderdorf ist. "Das Essen ist gut und ich kann immer spielen", meint der Kleinere und verschwindet Richtung Schaukel - mit seinem großen Bruder an der Hand.

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