SOS-Kinderdorf Bethlehem

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Bethlehem im Jahr 1968. Die Menschen in dieser Region litten und leiden aufgrund der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Situation nach wie vor unter vielen Schwierigkeiten. Unsere Organisation leistet Familien Unterstützung, damit Kinder mit ihren Eltern und Geschwistern in einem liebevollen Zuhause aufwachsen können.

Kinder stehen vor einer unsicheren Zukunft

Kinder ohne elterliche Fürsorge wachsen in dem stabilen Umfeld SOS-Kinderdorf auf (Foto: SOS-Archiv).
Kinder ohne elterliche Fürsorge wachsen in dem stabilen Umfeld SOS-Kinderdorf auf (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-Kinderdorf Bethlehem liegt in der Nähe des historischen Ortes Shepherd's Field im Westjordanland. Abgesehen von der politischen Instabilität und der vorherrschenden Gewalt leidet die Gegend an einer hohen Arbeitslosenquote (23 Prozent) und dem hohen Armutsniveau - etwa 18 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze.

Bethlehem hat ca. 30 000 Einwohner. Die Wirtschaft der Stadt basiert auf dem Tourismus und den damit verbundenen Industriezweigen. Trotz internationaler Hilfsmaßnahmen werden die Bekämpfung von Hunger und Armut sowie eine soziale und wirtschaftliche Entwicklung durch die vorherrschenden Umstände behindert.

Die Kinder von Bethlehem sind unmittelbar von der instabilen Lage betroffen, die sich schädlich auf ihr geistiges Wohl auswirkt. Viele Kinder mussten mit ansehen, wie Freunde und Familienmitglieder verletzt oder getötet wurden. Es gibt nur wenig Orte und Gelegenheiten, an denen sie unbeschwert spielen können. Die Entwicklung der Einschulungsraten gibt Anlass zur Sorge - im Jahr 2011 besuchten schätzungsweise 22 Prozent der Jugendlichen keine höhere Schule. Zu den Hauptgründen zählen Frühehen, ein geringes Bildungsniveau und der Umstand, dass Eltern ihre Kinder zum Arbeiten schicken, damit sie das Einkommen der Familie aufbessern.

Unterstützung für Familien und Kinder in der Gemeinde

Angesichts der bedrückenden Lebensumstände in der Region um Bethlehem ist die Arbeit von SOS-Kinderdorf von ganz besonderer Bedeutung. Darüber hinaus wurde 1997 die Hermann-Gmeiner-Schule eröffnet, um den pädagogischen Bedürfnissen der Kinder in der Region nachzukommen. Unsere Organisation setzt sich für die Verbesserung der Lebensumstände der Menschen in der lokalen Gemeinde ein und versucht Familien in Not zu helfen, damit Kinder vom Verlust der elterlichen Fürsorge bewahrt werden.

Unsere Arbeit in Bethlehem

SOS-Kinderdorf Bethlehem feiert zusammen  (Foto: SOS-Archiv).
SOS-Kinderdorf Bethlehem feiert zusammen (Foto: SOS-Archiv).

SOS-Kinderdorf arbeitet eng mit lokalen Dienstleistern zusammen, um gemeinsame Lösungsstrategien für drängende Probleme zu entwickeln. Unsere Organisation bietet ein Familienstärkungsprogramm, damit vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohte Kinder bei ihren Herkunftsfamilien bleiben können. In manchen Fällen versorgen wir notleidende Menschen mit Nahrung oder Brennstoffen. Andere Familien haben weiterreichende Bedürfnisse. So werden beispielsweise alleinerziehende Eltern bei der Existenzgründung mit Mikrokrediten unterstützt.

Darüber hinaus versuchen wir die Gemeinde insgesamt zu stärken, damit sich Familien gegenseitig unterstützen können. Wenn Kinder nicht länger bei ihrer Familie leben können, finden sie in einer der 14 SOS-Familien, in denen bis zu 126 Kinder von SOS-Müttern betreut werden, ein liebevolles Zuhause.

Kleine Kinder aus den SOS-Familien und der umliegenden Gemeinde können den SOS-Kindergarten besuchen. Viele Eltern schätzen das Angebot einer qualitativ hochwertigen Tagesbetreuung ihrer Kinder durch professionelle Fachkräfte, während sie arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren.

Kinder im Grundschulalter können die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule besuchen, in der bis zu 532 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Die meisten von ihnen kommen aus den Familien der lokalen Gemeinde. Wenn die Kinder größer werden, können sie in unsere SOS-Jugendeinrichtung ziehen. Junge Menschen können in diesen speziellen Unterkünften leben, während sie eine Berufsausbildung oder ein Studium absolvieren. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie, zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.