Ebola-Epidemie bald endgültig überwunden?

SOS-Kinderdörfer fordern Hilfe für Waisen

18.11.2015 - Die schwere Ebola-Epidemie in Westafrika, die mehr als 11.000 Opfer gefordert hat, könnte zum Ende des Jahres endgültig überwunden sein. Der letzte Patient in Guinea, ein drei Wochen altes Mädchen, wurde zweimal negativ auf die Viren getestet. Nun läuft eine 42-Tage-Frist. Wenn es keine Neuerkrankungen gibt, soll die Epidemie für beendet erklärt werden.

"Lasst uns Ebola bekämpfen" steht auf der Türe eines Ambulazfahrzeugs in Monrovia, Liberia. Foto: Daniel van Moll

Liberia und erst kürzlich Sierra Leone wurden bereits von der WHO als ebolafrei gemeldet. "Wir warnen nun aber davor, die Augen von der Region abzuwenden", so Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit. "Nun müssen die drei Staaten unterstützt werden, die Situation zu stabilisieren und familiäre Strukturen für die Ebola-Waisen zu finden", sagte Yassin.

Helfen, damit Kinder nicht auf der Straße landen

Aufgrund der Epidemie gibt es rund 20.000 Ebola-Waisen in den drei Ländern. "Die Länder sind nach der Epidemie wirtschaftlich am Boden. Wenn sie nicht von der Staatengemeinschaft weiter unterstützt werden, werden viele dieser Waisen als Straßenkinder enden." Zudem müsse es darum gehen, das dortige Gesundheitssystem soweit zu stabilisieren, dass mögliche Ebola-Erkrankungen sofort erkannt und richtig behandelt werden, sagte Yassin.


SOS unterstützt Familien, die sich um Waisenkinder aus der erweiterten Familie kümmern. Foto: Daniel van Moll

SOS nimmt Waisenkinder auf

SOS-Mitarbeiter kümmerten sich bereits während der Epidemie um Waisen und versuchen nun, für die Kinder eine Betreuung in deren erweiterten Familie ausfindig zu machen. Außerdem finden Waisen in den SOS-Kinderdörfern ein neues Zuhause. Allein in Sierra Leone wurden in den bestehenden SOS-Dörfern Freetown, Bo und Makeni 50 Mädchen und Jungen aufgenommen.