Ukraine: Schutz für SOS-Kinder

Wegen der Unruhen gehen SOS-Kinder nicht zur Schule

30.04.2014 - Die Unruhen in Lugansk, im Osten der Ukraine, haben sich weiter verschärft. Die SOS-Kinder sind nicht direkt betroffen, es werden jedoch Sicherheitsmaßnahmen zu ihrem Schutz getroffen.

Im ostukrainischen Lugansk öffnete 2012 das zweite SOS-Kinderdorf des Landes seine Pforten.
Im Osten der Ukraine haben Hunderte Bewaffnete den Sitz der Regionalregierung in Lugansk gestürmt und den Sitz der Staatsanwaltschaft besetzt. Auch das Polizeirevier der Stadt wurde attackiert und eingenommen, es kam zu Schusswechseln. Blendgranaten und Tränengas wurden eingesetzt. Medienberichten zufolge ist auch der lokale Fernsehsender in der Hand der Separatisten.

Die Kinder und Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf Lugansk, unweit der russischen Grenze, sind von den Unruhen nicht direkt betroffen. Aus Sicherheitsgründen gehen die SOS-Kinder jedoch nicht zur Schule und bleiben zu Hause in ihren SOS-Familien. Sollte sich die Situation weiter verschärfen, wird eine Evakuierung des SOS-Kinderdorfes in Erwägung gezogen.

Angst und Unsicherheit


"Was wird als nächstes passieren?" Kinder leiden unter der Unsicherheit. Foto: Marko Mägi
 "Was wird als nächstes passieren? Das ist die Frage, mit der wir jeden Abend zu Bett gehen und mit der wir morgens aufwachen", berichtet Lyudmila H., Leiterin des SOS-Kinderdorfes Lugansk. "Auch die Kinder fragen uns das täglich. Sie sind sehr verunsichert".

Die SOS-Familien haben ihr Leben bereits seit vielen Wochen an die aktuelle Situation angepasst. So holen die SOS-Mütter/Väter die Kinder nach Freizeitaktivitäten ab, damit sie nicht alleine auf der Straße unterwegs sind. Abends vermeiden es die SOS-Familien, außer Haus zu gehen.

SOS-Hilfe in Lugansk

Das SOS-Kinderdorf Lugansk ist neben dem SOS-Kinderdorf Brovary in der Nähe von Kiew das zweite und jüngste SOS-Projekt in der Ukraine. Es öffnete erst 2012 seine Pforten. Lugansk ist ein so genanntes integriertes SOS-Dorf, d.h. die SOS-Kinder und ihre Kinderdorf-Mütter wohnen nicht in Häusern auf einem separierten SOS-Gelände, sondern Tür an Tür mit ihren Nachbarn inmitten eines Stadtviertels. Vier SOS-Familien, in denen sich auch Elternpaare um die SOS-Schützlinge kümmern, leben momentan dort. Zusätzlich unterstützt die SOS-Familienhilfe rund 140 Familien aus der Nachbarschaft, die in sozialer Not leben.