Ukraine: SOS-Familien blicken nach vorne

Hoffen auf Waffenruhe - Schule gestartet

15.10.2014 - Die Lage in der Ukraine scheint sich zu stabilisieren. Doch trotz der vereinbarten Waffenruhe kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten. Die Familien aus dem SOS-Kinderdorf in Lugansk (auch Luhansk) sind nach wie vor in Wohnungen außerhalb des Krisengebietes untergebracht. An eine Rückkehr in ihr SOS-Kinderdorf ist derzeit noch nicht zu denken.
Die SOS-Familien blicken nach vorne. "Uns geht es gut", berichten die SOS-Eltern Olga und Aleksandr in täglichen Telefonaten mit der SOS-Leiterin Lyudmila. "Wir haben Essen, Wasser und Gas", berichten die Eltern, nur Strom gibt es in ihrem Dorf noch nicht. Die SOS-Familie war in ein kleines Haus auf dem Land geflüchtet. "Drei Wochen lang gab es auch in dieser Region Kämpfe", erzählt die SOS-Leiterin, "zum Glück haben alle die Zeit unbeschadet überstanden". Um die Versorgung der SOS-Kinder zu sichern, erhalten alle SOS-Familien Lebensmittel und andere Hilfsgüter.

Schulstart im Krisengebiet


Sviatoslav hebt die Schulranzen seiner SOS-Geschwister. Hoffentlich können bald alle ukrainischen Kinder wieder zur Schule gehen.
Während im September in weiten Teilen der Ukraine das neue Schuljahr begonnen hat, blieben laut einem Bericht von UNICEF rund 900 Schulen in der Region Donets und Lugansk noch geschlossen und damit der Schulbeginn für rund 270.000 Kinder ungewiss. Offiziellen Meldungen zufolge sollte jedoch an allen Schulen im Krisengebiet, die bei den Kämpfen nicht beschädigt wurden, Anfang Oktober der Unterricht wieder starten. Wie viele Kinder derzeit zur Schule gehen können, wird noch erhoben.

Endlich wieder etwas Normalität

Die SOS-Kinder sind an ihren provisorischen Wohnorten so gut wie möglich integriert. SOS-Mitarbeiter haben in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Stadtverwaltung erreicht, dass die Mädchen und Jungen die Schulen und andere Einrichtungen besuchen können. Yaroslav und Kirill besuchen nun den Kindergarten in Starobelsk und erzählen jeden Abend begeistert, was sie tagsüber gespielt haben. Auch Ulyana und Kostya, die derzeit in Slavyanoserbsky leben, haben sich sehr auf den Start der Schule gefreut. Aufgeregt zeigen sie, was sie zum Schulbeginn bekamen: Hefte, Stifte oder ein paar neue Schuhe.

Das Leben im Ausnahmezustand hat die SOS-Familien geprägt. Einige der Kinder haben - ohne Schule und ihre gewohnten Freunde - eine ganz besondere Nähe zu einander entwickelt. Andere Kinder leiden unter den Erfahrungen von Flucht und Unsicherheit. SOS-Psychologen und Sozialarbeiter aus Kiew kümmern sich nun besonders um die SOS-Familien, die besondere Unterstützung brauchen.

SOS-Familienhilfe für die Kinder in Lugansk

Nach wie vor brauchen viele Menschen in der Krisenregion dringend Hilfe. SOS-Mitarbeiter bereiten sich darauf vor, die Arbeit der SOS-Familienhilfe in Starobelsk im Norden der Region Lugansk wieder aufzunehmen. 200 Kinder und ihre Familien sollen in den kommenden Monaten Unterstützung erhalten.

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