Palästina

Wie die SOS-Kinderdörfer in Palästina helfen

Armut und Gewalt prägen das Leben der Kinder in Palästina, zu denen das Westjordanland und der Gaza-Streifen gehören. Besonders dramatisch ist die Lage im dicht besiedelten Gaza-Streifen, der als Armenhaus am Mittelmeer gilt. Die israelische Blockade, der innerpalästinensische Konflikt zwischen Hamas und Fatah und der 22-tägige Krieg 2008/09 haben das Elend immer weiter verschärft. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder, die etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachen.

Gaza: Jetzt für Kinder in Not spenden!

Jetzt für Kinder in Not spenden!

Kinder und Familien im Gazastreifen brauchen dringend Beistand. Helfen Sie mit Ihrer Spende: Geben Sie Kindern in Not Nahrung, medizinische Versorgung und Bildung!

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  • Armut: 70 Prozent der Bevölkerung in Palästina leben unter der Armutsgrenze. Im Gaza-Streifen sind es sogar 80 Prozent, die von internationalen Hilfslieferungen abhängig sind. Die meisten Menschen müssen mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen. Jeder Zweite davon ist unter 18 Jahre alt. Die Arbeitslosigkeit ist dramatisch hoch.
  • Mangelernährung: Jedes zehnte Kind im Gaza-Streifen ist zu klein für sein Alter. Mehr als die Hälfte aller Kinder in Palästina leiden an Blutarmut, die durch Eisenmangel hervorgerufen wird.
  • Unzureichende Gesundheitsversorgung: Ein Großteil der Bevölkerung in Palästina hat keinen gesicherten Zugang zu medizinischer Versorgung. Darunter leiden gerade auch Frauen und Kinder.
  • Bildungsnotstand: Aufgrund der Dauerkrise wurden in Palästina in den vergangenen Jahren hunderte Schulen geschlossen oder zerstört. Die Alphabetisierungsrate ist in den vergangenen Jahren von fast 97 auf 91 Prozent zurückgegangen. Mehr als 30 Prozent aller Jugendlichen besuchen keine weiterführende Schule.
  • Traumatisierte Kinder: Die Mädchen und Jungen in Palästina wachsen in einem Klima der Gewalt auf. Die Folge: Schätzungen zufolge leiden 80 Prozent der Mädchen und Jungen an Verhaltensauffälligkeiten und psychisch bedingten Gesundheitsproblemen, wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.
  • Gewalt in den Familien: Die Gewalt auf den Straßen überträgt sich auf die Familien. Kindesmisshandlung ist ein weit verbreitetes Problem. Viele 13- bis 18-Jährige neigen selbst zu aggressivem Verhalten.
  • Jugendliche ohne Perspektive: Jugendlichen fehlt es an Bildungs- und Freizeitangeboten, wegen Straßen und Ausgangssperren sind sie quasi eingesperrt. Die meisten haben wegen ihrer unzureichenden Schulbildung kaum Aussicht auf Arbeit.

Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Palästina!

Die SOS-Kinderdörfer sind seit 1968 in Palästina aktiv, um notleidenden Kindern und Familien eine Perspektive zu geben.

  • Zuhause im SOS-Kinderdorf: Eine SOS-Familie in  Bethlehem
    Zuhause im SOS-Kinderdorf: Eine SOS-Familie in  Bethlehem
    SOS-Kinderdörfer: Im Westjordanland nahm das SOS-Kinderdorf in Bethlehem 1968 die ersten Kinder auf. Das SOS-Kinderdorf Rafah im Gaza-Streifen wurde 2001 eröffnet. Beide Kinderdörfer bieten insgesamt 246 elternlosen und verlassenen Kindern ein sicheres und liebevolles Zuhause in einer SOS-Familie.
  • Familien- und Nachbarschaftshilfe: Die beiden SOS-Sozialzentren in Gaza City und Bethlehem leisten Nachbarschaftshilfe für bedürftige Familien mit insgesamt 1700 Kindern. Die SOS-Familienhilfe begleitet insbesondere alleinerziehende Frauen und ihre Kinder in eine bessere Zukunft. Die vielfältige Unterstützung umfasst Berufsberatung und Hilfe beim Aufbau einer eigenen Existenz sowie psychologische Betreuung und medizinische Versorgung. Ziel ist es, Familien vor dem Zerbrechen zu bewahren und schrittweise zur Selbsthilfe zu befähigen.
  • Bildung: In Rafah und in Bethlehem gibt es zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen. Dort besuchen insgesamt 540 Grundschüler den Unterricht. Das SOS-Sozialzentrum in Rafah bietet zudem Fortbildungen wie Computer- und Sprachkurse an.
  • Medizinische Hilfe: Im Westjordanland hat 2003 ein mobiles psychosoziales und medizinisches Zentrum seine Arbeit aufgenommen. Ein Lkw fährt von Ort zu Ort, um Kindern und Familien psychologische Betreuung und medizinische Versorgung zu bieten. Als feste Zweigestellen haben die SOS-Kinderdörfer in Nablus, Hebron, Jericho, Jenin und Ramallah psycho-soziale Nothilfestationen eingerichtet. Im Gaza-Streifen betreibt das SOS-Kinderdorf Rafah ein kleines Medizinisches Zentrum, das Familien in der Nachbarschaft offen steht. Insgesamt versorgen die medizinischen SOS-Einrichtungen 19.000 Patienten im Jahr.