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21.03.11 - Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan läuft die SOS-Nothilfe an: Das SOS-Kinderdorf in Fukuoka bereitet sich darauf vor, Mädchen und Jungen aus dem Katastrophengebiet aufzunehmen.
Das SOS-Kinderdorf Fukuoka ist das bislang einzige Japans und wurde 2010 eröffnet. Es befindet sich im Süden und blieb von der Katastrophe verschont. Vom havarierten Atomreaktor in Fukushima ist das Kinderdorf mehr als 1000 Kilometer entfernt.
Das verheerende Erdbeben und der nachfolgende Tsunami trafen Japan am 11.3. Die Zahl der Toten und Vermissten ist nach offiziellen Angaben inzwischen auf über 20.000 angestiegen. Schätzungsweise 550.000 Menschen wurden obdachlos, darunter etwa 100.000 Mädchen und Jungen. In den von Erdbeben und Tsunami verwüsteten Gebieten leiden die Menschen nach wie vor unter Hunger und Kälte.
Wie viele Kinder durch die Katastrophe ihre Eltern verloren haben oder im Chaos von ihren Familien getrennt wurden, ist derzeit nicht bekannt. Es ist jedoch zu befürchten, dass ihre Zahl hoch ist, da sich viele Kinder zum Zeitpunkt der Katastrophe im Kindergarten oder in der Schule befanden.
"Eine unserer Hauptsorgen gilt zudem traumatisierten Kindern", sagt Yukiko Mizokami vom japanischen Kinderdorf-Verein. "Kinder leiden oft doppelt, weil sie auch die psychische Belastung ihrer Eltern miterleben. Wenn man traumatisierte Kinder nicht frühzeitig behandelt, besteht die Gefahr, dass sie auch später darunter leiden."
Bei der Hilfsaktion arbeitet das SOS-Kinderdorf Fukuoka eng mit den Behörden zusammen. Als Jugendämter aus dem Katastrophengebiet anfragten, sagte SOS umgehend Unterstützung zu. Das Kinderdorf in Fukoka kann insbesondere unbegleiteten und schwer traumatisierten Kindern Schutz und Betreuung bieten. "Wir werden so viele Kinder wie möglich aufnehmen", sagte Junko Otani, Vorstand des japanischen Kinderdorf-Vereins. Weiterhin wird SOS Pflegefamilien, die Kinder aus dem Katastrophengebiet aufnehmen, unterstützen: z.B. finanziell und durch psychologische Begleitung.
Die SOS-Kinderdörfer in den umgebenden Staaten wollen den Opfern der Katastrophe in Japan ebenfalls helfen: SOS-Einrichtungen in Südkorea, China, den Philippinen, Vietnam und Thailand sind in der Lage, einige 100 Familien aus Japan für etwa drei Monate unterzubringen. Das Hilfsangebot richtet sich vor allem an alleinstehende Mütter sowie an kinderreiche Familien. Außerdem planen die SOS-Kinderdörfer, bei Bedarf Kindern aus verstrahlten Gebieten Genesung und Erholung in SOS-Einrichtungen anzubieten.