SOS-Generalversammlung: Wir suchen Freunde für eine Million Kinder

Delegierte aus 126 Ländern stellen Weichen für weltweite SOS-Arbeit

08.07.2008 - Im Kampf gegen die weltweite Hungerkrise und Kinderarmut wollen die SOS-Kinderdörfer verstärkt bedürftigen Familien in ihren Nachbarschaften helfen. Dies war eines der zentralen Themen der 18. Generalversammlung der SOS-Kinderdörfer in Innsbruck.

Delegierte aus 126 Ländern
SOS-Generalversammlung: 250 Delegierte kamen aus 126 Ländern. Zur Eröffnung trugen die meisten ihre nationale Tracht.
Auf der Generalversammlung stellten rund 250 Delegierte aus 126 Ländern die Weichen für die zukünftige weltweite Arbeit der SOS-Kinderdörfer.

Bis zum Jahr 2016 hat sich unsere internationale Organisation ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Wir wollen einer Million Kindern zu ihrem Recht verhelfen, in einer liebevollen Familie aufzuwachsen. Dies soll vor allem durch die verstärkte Nachbarschaftshilfe unserer SOS-Kinderdörfer geschehen, die bedürftige Familien vor dem Zerbrechen bewahrt: mit Lebensmitteln, Saatgut, Schulgeld und Fortbildungen. Außerdem werden wir den Bau weiterer SOS-Kinderdörfer vorantreiben, in denen elternlose Mädchen und Jungen ein neues Zuhause finden. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen die SOS-Vereine eine Million neue Freunde gewinnen.

Tanzende Kinder auf der Eröffnungsfeier
Ein fröhliches Fest: Tanzende Kinder auf der Eröffnungsfeier
SOS-Präsident Helmut Kutin machte auf der Pressekonferenz deutlich, dass die aktuelle Hungerkrise vor allem auch bedürftige Familien trifft und die weltweite Kinderarmut verschärft: "Eine unbeschwerte Kindheit erleben zu dürfen ist für viele Kinder keine Selbstverständlichkeit, vor allem vor dem Hintergrund der steigenden Nahrungsmittelpreise, die ja die ärmsten Länder viel stärker betreffen als uns hier in Mitteleuropa. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Kinder nicht mehr zur Schule gehen können, weil das Schulgeld für den Kauf von Nahrungsmitteln gebraucht wird." Hier setzt die Nachbarschaftshilfe der SOS-Kinderdörfer an. Durch Hilfe zur Selbsthilfe helfen wir Familien, sich aus der Armutsfalle zu befreien.

SOS-Präsident Helmut Kutin im  Amt bestätigt

Die Generalversammlung, die alle vier Jahre tagt, bestätigte SOS-Präsident Helmut Kutin in seinem Amt. Margaret Nkrumah aus Ghana wird ihm als neue Vizepräsidentin zur Seite stehen.

Die Eröffnungszeremonie, zu der die meisten der Delegierten in ihrer nationalen Tracht erschienen, war ein fröhliches Fest der Kulturen - ein Symbol für Völkerverständigung und die weltweite SOS-Arbeit, die einer zeitlosen Vision verpflichtet ist: für jedes Kind ein liebevolles Zuhause.

Derzeit gibt es weltweit 473 SOS-Kinderdörfer, in denen 72.000 elternlose und verlassene Kinder ein Zuhause gefunden haben. Unsere Hilfe für bedürftige Familien erreicht derzeit über 250.000 Menschen: Kinder, Jugendliche und deren Eltern, ein Großteil davon alleinerziehende Mütter.