Armut in Afrika

Auf dem ärmsten Kontinent ist die Not der Kinder dramatisch

Afrika gilt als der ärmste Kontinent der Erde. Fast jeder zweite Mensch in den Staaten Subsahara-Afrikas lebt unter der Armutsgrenze. Besonders betroffen von der Armut in Afrika sind die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, ihre Kinder und Frauen.

Armut in Afrika – die Indikatoren

Mutter mit Baby vor ihrer Lehmhütte bei Gode, Äthiopien - Foto: Michela Morosini
Vor allem in ländlichen Regionen Afrikas nimmt extreme Armut weiter zu: Eine Mutter mit Baby vor ihrer Lehmhütte bei Gode, Äthiopien - Foto: M.Morosini

Nach der Definition der Weltbank gilt als absolut arm, wer weniger als 1,25 US-Dollar am Tag zum Leben hat und damit am äußersten Rand der Existenz lebt. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) wiederum setzt in seinem Human Development Index (HDI) verschiedene Indikatoren fest, die die Armut in Afrika und allen anderen Staaten der Erde messen sollen. Dazu gehören:

  • die Lebenserwartung bei der Geburt,
  • die durchschnittliche Schulbesuchsdauer,
  • die voraussichtliche Schulbesuchsdauer sowie
  • das Pro-Kopf-Einkommen.

Wie die Indikatoren zeigen, wird Bildung von den Vereinten Nationen eng mit Armut verknüpft – denn wer nicht lesen und schreiben kann, hat nur geringe Chancen auf eine qualifizierte Arbeit und den damit verbundenen Lebensunterhalt.

In dem jährlich von den UN herausgegebenen Bericht über die menschliche Entwicklung belegen die afrikanischen Länder wie Malawi, Liberia, Burundi, Eritrea, Tschad, Sierra Leone oder Niger regelmäßig die letzten Plätze - das hat sich bis zum Jahr 2014 nicht geändert.

Armut in Afrika – Fakten und Zahlen

  • Die extreme Armut führt zu Hunger in Afrika: Mehr als ein Viertel der Hungernden der Welt lebt auf dem afrikanischen Kontinent. Ein Fünftel der in Afrika lebenden Menschen gilt als unterernährt. Damit hat der Kontinent die höchste Rate an unterernährten Menschen weltweit.
  • Mehr als 30 Prozent der afrikanischen Kinder leiden aufgrund ihrer chronischen Mangelernährung an Wachstumsstörungen wie dem "Stunting". Diese Krankheit führt bei Kindern zu einer körperlichen und geistigen Unterentwicklung.
  • Subsahara-Afrika ist die Region mit der höchsten Kindersterblichkeit. Im Durchschnitt stirbt eins von elf Kindern vor seinem fünften Geburtstag. Drei der vier Länder mit der höchsten Säuglingssterblichkeit weltweit liegen auf dem afrikanischen Kontinent: Es sind Äthiopien, Nigeria und Kenia. Neben Komplikationen bei der Geburt und Unterernährung sind es Krankheiten wie Lungenentzündung, Durchfallerkrankungen und Malaria, die zum frühen Tod vieler Kinder führen.
  • In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara arbeiten 59 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren, anstatt zu spielen und zur Schule zu gehen. Sie kämpfen für ihre Familien gegen die Armut. In Afrika wird so jedes fünfte Kind durch Kinderarbeit um seine Kindheit betrogen.
  • 25 Millionen Afrikaner sind mit dem HI-Virus infiziert, darunter ca. 2,9 Millionen Kinder. Viele haben ein oder sogar beide Elternteile verloren und leben als Aids-Waisen auf der Straße.

Armut in Afrika - Ursachen

Die extreme Armut in Afrika hat viele Gründe, die z.T. eng miteinander verknüpft sind. Zu den wichtigsten Gründen für die Armut in Afrika und das Leid vieler Millionen Menschen gehören:

Bevölkerungswachstum


Kinderarbeit statt Schule: Dieser Junge sucht auf einer Müllkippe nach Verwertbarem. Foto: Claire Ladavicius

Das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent ist trotz zahlreicher Verhütungs- und Aufklärungskampagnen rasant. Entwicklungserfolge und wirtschaftliches Wachstum können damit nicht Schritt halten. Die Folge: Immer mehr Afrikaner leben in Armut. Laut einer aktuellen Studie der UNICEF wird sich die Bevölkerung Afrikas bis zum Jahr 2050 auf zwei Milliarden Menschen verdoppeln.

Krieg und Krisen

Von weltweit 20 kriegerischen Konflikten im Jahr 2013 wurden allein 11 auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen – alle in den Staaten südlich der Sahara. Dazu gehören die Kriege im Sudan und Süd-Sudan, in Somalia, Nigeria, Mali, in der Demokratischen Republik Kongo sowie in der Zentralafrikanischen Republik. In den Krisenregionen kommt die landwirtschaftliche Produktion meist ganz zum Erliegen. Viele Menschen flüchten, werden gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben und sind so auf fremde Hilfe angewiesen. Die Armut in Afrika nimmt durch diese Kriege zu.

Klimatische Bedingungen

Der afrikanische Kontinent leidet in den letzten Jahrzehnten immer mehr unter dem Klimawandel: Verheerende Überschwemmungen und außerordentliche Dürreperioden führen zu Missernten. Die Folge sind regelmäßig Hungerkrisen und Hungersnot in Afrika. Besonders betroffen sind Ostafrika und die Sahelregion.

Krankheit

Krankheiten wie AIDS, Malaria oder Ebola sind Ursache aber auch Folge der Armut in Afrika. Mangelnde Aufklärung und die unzureichende medizinische Versorgung in vielen Regionen führen dazu, dass sich Krankheiten schneller ausbreiten und nicht behandelt werden können. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung sinkt, die Anzahl der Waisen steigt. Der Verlust von Arbeitskräften macht sich besonders in der Landwirtschaft bemerkbar und führt zu einer verringerten Nahrungsmittelproduktion.

Unzureichende landwirtschaftliche Infrastruktur

Straßen, Brunnen, Bewässerungssysteme, Lagermöglichkeiten, landwirtschaftliche Maschinen – in vielen Regionen Afrikas mangelt es in der Landwirtschaft sowohl an Infrastruktur als auch an Expertenwissen. Deshalb ist Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort so wichtig, um den Kampf gegen die Armut in Afrika zu gewinnen.

Ungerechte Handelsstrukturen

Reiche Länder schaffen ungerechte Handelsstrukturen, indem sie ihre Märkte durch hohe Agrarzölle abschirmen und die eigene Landwirtschaft stark subventionieren. Darunter leidet die Landwirtschaft auf dem afrikanischen Kontinent und wird in ihrer Entwicklung vor vornherein ausgebremst. Die Regierungen der USA, der Länder Europas und anderer wohlhabender Staaten tragen mit ihrer Politik also zur Armut in Afrika bei.

SOS-Kinderdörfer im Kampf gegen die Armut in Afrika

Die SOS-Kinderdörfer in Afrika engagieren sich in 47 Ländern. In den 142 Kinderdörfern finden verwaiste und verlassene Kinder ein neues Zuhause. Mit ihren langfristigen Entwicklungsprojekten und der humanitären Soforthilfe kämpfen die SOS-Kinderdörfer seit dem Jahr 1970 gegen die Armut in Afrika.

Helfen Sie Kindern in Not!

Schenken Sie Not leidenden Kindern eine Zukunft: Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Afrika - helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!

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