Balkan-Flut: Hilfe für betroffene Familien

Kinder und Familien im Fokus der SOS-Nothilfe

30.05.2014 - Nach der verheerenden Flut wird langsam das gesamte Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Tausende Menschen leben nach wie vor in Notunterkünften. Zerstörte Häuser, Seuchengefahr und verstreute Landminen machen vielen derzeit eine Rückkehr unmöglich. Die SOS-Kinderdörfer richten Lern- und Spielmöglichkeiten für Kinder ein.

Aktivitäten für Kinder gestartet


Malen, Spielen, Lachen. Die Kinder, die  in den Notunterkünften untergebracht sind, freuen sich sehr über die Abwechlsung. Foto: Katerina Ilievska
Stifte, Papier und Spielsachen. Ein Team des SOS-Spielbusses (SOS-Playbus), das bereits seit vielen Jahren durch Bosniens Hauptstadt tourt, kommt nun auch zu Kindern und Jugendlichen, die mit ihren Familien in einer Notunterkunft in der Nähe von Sarajevo untergebracht sind. Sie spielen, basteln und lernen mit den Kindern und helfen ihnen dabei,die Schrecken der Katstrophe zu verarbeiten. Diese Form der Hilfe läuft parallel auch in Serbien und Kroatien an - und wird dringend  gebraucht, nicht nur in den Notquartieren. Denn während die Eltern bei den Aufräumarbeiten mithelfen, spielen die Kinder zwischen Schutt im Dreck. "Wir brauchen kinderfreundliche Zonen, wo sich die Kinder sicher aufhalten können", betont Amir Omanović, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Bosnien. An mindestens sieben Standorten im Katastrophengebiet entstehen SOS-Einrichtungen zur Tagesbetreuung für Kinder. Neben Spielaktivitäten in den Notquartieren entstehen auch Kindertagesstätten, die zerstörte Einrichtungen ersetzen werden.

Ein vorübergehendes Zuhause im SOS-Kinderdorf


Die Eltern von Leon und Emanuel sind froh, im SOS-Kinderdorf Ladimirevci eine vorübergehende Bleibe gefunden zu haben. Foto: Katerina Ilievska
Das SOS-Kinderdorf Ladimirevci im Osten Kroatiens bietet Flutopfern Zuflucht. Familie Pejković ist bereits dort eingezogen. Vater Mario, Mutter Nada und ihre zwei kleinen Söhne Leon (3) und Emanuel (2) lebten vor der Flut am Fluss Sava. Ihr Zuhause ist den Wassermassen gänzlich zum Opfer gefallen - sie besitzen nur noch das, was sie tragen konnten. Seit dem 19. Mai leben sie im SOS-Kinderdorf Ladimirevci und versuchen, das Trauma zu verarbeiten. Mario ist zuversichtlich: „Wir sind sehr dankbar, dass wir im SOS-Kinderdorf wohnen dürfen. Das Leben muss aber weitergehen, und wenn wir die schlimmen Stunden verarbeitet haben, werden wir unser Zuhause wieder aufbauen!“

Hilfsgüter und weitere Hilfsmittel


Hunderte Menschen sind in einer Sporthalle in Lazarevac, Serbien untergebracht. Viele konnten nur das allernötigste mitnehmen. Die Familien brauchen Windeln und Hygieneartikel. Foto: Katerina Ilievska
In allen drei betroffenen Ländern (Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien), verteilen SOS-Mitarbeiter Hilfsgüter: Windeln, Babynahrung, Lebensmittelkonserven, Desinfektionsmittel und Reinigungsutensilien. Die serbischen Helfer haben zudem Gummistiefel und -handschuhe sowie Wasserpumpen im Gepäck.
In der bosnischen Stadt Maglaj (ca. 30 km südwestlich von Gračanica) ist ein öffentlicher Kindergarten komplett zerstört worden. Dort hat SOS Container besorgt, in denen Vorräte trocken gelagert werden können. Außerdem wird die Gemeinde mit Trinkwasser, Generatoren, Wassertanks und Waschmaschinen versorgt. Neben der materielle Hilfe stehen SOS-Mitarbeiter den Familien auch beratend zur Seite. Ein Team von Experten zur Traumabehandlung wird Eltern und Kindern in der Region auch langfristig helfen.

Die Dankbarkeit der unterstützen Familien ist groß: Zorica, ihr Mann und ihre fünf Kinder mussten ihr Zuhause in der Nähe von Kraljevo (Serbien) fluchtartig verlassen, als das Wasser über die Kanalisation hereinbrach. Das Haus muss nun von Grund auf desinfiziert und saniert werden, alle Möbel sind kaputt. Trotz der schwierigen Sitation kann Zorica schon wieder ein wenig nach vorne sehen: "Die Hilfe, die wir von so vielen Menschen bekommen, macht uns stark", erzählt sie.

Hilfe für Kinder in Not

Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich in 36 europäischen Ländern für verlassene und sozial benachteiligte Kinder. Helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!

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