Erdbeben in Chile: SOS-Hilfsteam erreicht Kinderdorf Concepción

SOS-Mitarbeiter werden 700 Kinder betreuen und versorgen

05.03.2010 - Nach dem schweren Erdbeben in Chile läuft die Nothilfe der SOS-Kinderdörfer an: Ein SOS-Hilfsteam und erste Transporte mit Hilfsgütern haben das SOS-Kinderdorf Concepción erreicht, um Kindern in der Nachbarschaft beizustehen. SOS-Mitarbeiter haben mit der Verteilung von Hilfsgütern begonnen und bereiten Hilfsaktionen für 700 Kinder vor.

Am Tag des Erdbebens: SOS-Kind aus Concepcion
Am Tag des Erdbebens: Ein verängstigter Junge im SOS-Kinderdorf Concepción
Die Versorgungslage in der stark zerstörten Stadt Concepción ist nach wie vor kritisch. Die SOS-Hilfstransporte brachten Lebensmittel, Trinkwasser und Hygieneartikel in das SOS-Kinderdorf.

Das SOS-Hilfsteam wird durch Psychologen verstärkt, die auf die Behandlung von Traumata nach Naturkatastrophen spezialisiert sind. Unsere SOS-Helfer werden 700 Kinder und Familien in der Umgebung des Kinderdorfs betreuen und unterstützen (Mahlzeiten, Tagesbetreuung, therapeutische Aktivitäten für traumatisierte Kinder). Das SOS-Team arbeitet mit Gemeindevertretern und örtlichen kirchlichen Einrichtungen zusammen, um Familien zu identifizieren, die durch das Erdbeben besonders schwer getroffen wurden.

Die Psychologen betreuen auch die SOS-Kinder und Mütter des Kinderdorfs Concepción, die nach dem Erdbeben und einer Reihe schwerer Nachbeben seelischen Beistand benötigen.

Nachbeben: SOS-Kinder fliehen aus Kinderdorf

Erdbeben in Chile: Zerstörungen in Concepción
Eine Mitarbeiterin des SOS-Hilfsteams vor einem zerstörten Gebäude in Concepción
Am Mittwoch (3.3.) war es in der Hafenstadt aufgrund eines Nachbebens zu einer Panik gekommen. Wegen einer Tsunami-Warnung flohen SOS-Kinder und Mitarbeiter aus dem Kinderdorf, um auf Hügeln in der Umgebung Schutz zu suchen. Kurz darauf erfolgte Entwarnung, die verängstigten Mädchen und Jungen konnten ins Kinderdorf zurückkehren. Auch am Freitag (5.3.) wurde der Großraum von Concepción durch weitere starke Nachbeben erschüttert.

Plünderungen: Soldaten stellen Ordnung wieder her

Da es in den Tagen zuvor zu Plünderungen gekommen war, patrouilliert nun die chilenische Armee in der Umgebung des Kinderdorfs Concepción, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

Das Erdbeben, das am 27. Februar Chile heimsuchte, forderte in den SOS-Kinderdörfern des Landes keine Verletzten. Im SOS-Kinderdorf Bulnes wurden durch die Erdstöße jedoch sechs Familienhäuser schwer beschädigt. Auch in anderen SOS-Einrichtungen entstanden Gebäudeschäden.