Zum Welt-Malaria-Tag

Malariafälle nach Ebola gestiegen

25.04.2015 - Zum Weltmalariatag am 25. April warnen die SOS-Kinderdörfer: Durch Ebola sei die Malariabekämpfung in Westafrika aus dem Fokus geraten. Auch Erfolge in der Bekämpfung der Krankheit in anderen afrikanischen Ländern dürften keinesfalls zum Nachlassen der Eindämmungsbemühungen führen.

Malaria bedroht vor allem die Leben kleiner Kinder: Hier wird ein Mädchen in der SOS-Klinik in Takorka, Niger, behandelt – Foto: Paul Hahn

"Die Bekämpfung von Ebola hat unser Gesundheitssystem völlig überlastet. Dadurch bleiben nun Krankheiten wie Malaria leider oft unbehandelt", berichtet Quendi Appleton, Krankenschwester der SOS-Klinik in Monrovia. "Zudem gehen viele Menschen bei einem Verdacht auf Malaria gar nicht mehr in die Klinik, um sich behandeln zu lassen. Das liegt daran, dass Malaria-Symptome denen von Ebola sehr ähnlich sind. Die Menschen befürchten, wenn sie mit Fieber in eine Klinik kommen, dass sie wegen eines Verdachts auf Ebola sofort in  Quarantäne gesteckt werden", so Appleton weiter.

Die WHO geht seit Ausbruch der Ebola-Epidemie von zusätzlichen 11.000 Malaria-Toten in Sierra Leone, Liberia und Guinea aus.

"Wir müssen das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen und nach der Eindämmung von Ebola dringend wieder verstärkt in die Malariabekämpfung einsteigen", mahnt Appleton.
Auch in Kenia ist die Krankheit trotz umfangreicher Bekämpfung noch immer die Haupttodesursache für Kleinkinder unter fünf Jahren.

3,4 Milliarden Menschen infektionsgefährdet

"Unsere SOS-Mitarbeiter machen Gesundheitsaufklärung in Dörfern.  Sie informieren die Bevölkerung zum Beispiel  über die Vermeidung von Mücken-Brutstätten oder wie sie Moskitonetze richtig einsetzen. Die Herausforderung liegt darin, die Menschen dazu zu bringen, die verfügbaren Schutz- und Behandlungsmaßnahmen auch anzuwenden", erklärt Dr. Angela Ndaga, Leiterin der SOS-Klinik in Nairobi.

Die Hilfsorganisation fordert: Im Kampf gegen die Malaria bedarf es eines nachhaltigen politischen und finanziellen Engagements der internationalen Gemeinschaft wie auch der betroffenen Länder, denn noch immer sind schätzungsweise 3,4 Milliarden Menschen infektionsgefährdet.