02. Februar 2021 | NEWS

COVID-19-Impfung

Impfung für Geflüchtete in zahlreichen Ländern nicht eingeplant

Zahlreiche Länder weltweit klammern Geflüchtete aus ihren Impfstrategien gegen COVID-19 aus. "Über ein Drittel der 114 Länder, die bislang Impfpläne erstellt haben, beziehen Menschen auf der Flucht nicht mit ein", sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer.

In einem Land wie Kolumbien würden Geflüchtete sogar explizit ausgegrenzt. Dort hat Staatschef Iván Duque erklärt, dass Menschen aus dem Nachbarstaat Venezuela, die ohne legalen Status in Kolumbien leben, nicht geimpft werden – also über die Hälfte. Boris Breyer sagt: "Geflüchtete wie sie haben ihr Heimatland aufgrund von größter Not verlassen und leben häufig in prekären Verhältnissen. Der weltweite Einbruch der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie hat ihre Situation zusätzlich verschlechtert und viele in Hunger und Existenznot getrieben. Es kann nicht sein, dass sie jetzt auch noch in Bezug auf die Impfung wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden."

80 Millionen Menschen auf der Flucht

Eine besondere Herausforderung sei, dass 85 Prozent der weltweit 80 Millionen Menschen, die sich aktuell auf der Flucht befinden, in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen leben. Diese Länder hätten schon massive Probleme, genügend Impfstoff für ihre eigene Bevölkerung zu beschaffen. Breyer sagt: "Wir dürfen sie nicht alleine lassen. Mehr denn je geht die Situation der Geflüchteten uns alle an. Es ist Aufgabe der weltweiten Staatengemeinschaft, sicherzustellen, dass sie genauso die Möglichkeit bekommen, sich impfen zu lassen wie jeder andere." Dies liege im Interesse aller. "Nur, wenn wir niemanden außen vor lassen, können wir die Corona-Pandemie wirkungsvoll bekämpfen", sagt Breyer.

Die Hilfe der SOS-Kinderdörfer

Die SOS-Kinderdörfer weltweit unterstützen Kinder und Familien auf der Flucht in zahlreichen Ländern und setzen sich für ihre Rechte ein.

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