Die Kinder in Haiti brauchen Ihre Hilfe!
Die politische und institutionelle Situation in Haiti ist seit Jahrzehnten problematisch. Gesetzlosigkeit, Gewalt und Chaos verhindern immer wieder die Grundversorgung der Bevölkerung. Der Staat mit mehr als neun Millionen Einwohnern gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre.
Haiti wird immer wieder von Naturkatastrophen wie Überflutungen, Schlammlawinen, Erdbeben und Wirbelstürmen heimgesucht. Wegen der hohen Bevölkerungsdichte und der zerrütteten Infrastruktur treffen diese die Menschen besonders hart.
80 Prozent der staatlichen Investitionen und 40 Prozent des Staatsetats werden international finanziert. Seit 2004 sind in Haiti Uno-Friedenstruppen im Einsatz, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Die Einheit setzt sich aus rund 7000 Soldaten aus 18 Ländern zusammen.
Die Situation der Kinder in Haiti:
Haiti ist das ärmste Länder der westlichen Welt - darunter leiden vor allem die Kinder.• Waisenkinder: Nach dem verheerenden Erdbeben, das am 12.1.2010 Haiti erschütterte, hat sich die Zahl der Waisen mehr als verdoppelt: Nach jüngsten Schätzungen der EU-Kommission haben in Haiti insgesamt eine Million Kinder keine Eltern mehr oder wurden im Chaos von ihren Familien getrennt. Bereits vor der Katastrophe gab es in Haiti 380.000 Waisenkinder.
• Gesundheit: etwa 60 Prozent der Menschen, insbesondere in ländlichen Gegenden, haben keinen Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung.
• Infrastruktur: Viele Schulen und Krankenhäuser haben geschlossen, weil Lehrer, Sozialarbeiter, Ärzte und Pfleger aus Angst vor gewalttätigen Übergriffen nicht zur Arbeit gehen.
• Verschleppung: Etwa 2000 Kinder werden im Jahr in die Dominikanische Republik verkauft und verschleppt - oft mit Beihilfe der Eltern.
• HIV/AIDS: Geschätzte 19.000 Kinder sind mit HIV infiziert. Medikamente sind kaum verfügbar.
• Bildung: Nur knapp über 50% der Kinder im Grundschulalter besuchen eine Schule. Weniger als 2% beenden eine höher Schule.
• Kinderarbeit: Etwa 1000 Kinder werden von bewaffneten Banden in Port Au Prince als Boten, Spitzel und sogar Soldaten missbraucht.
• Kindersterblichkeit: Haiti hat die höchste Kinder- und Kleinkindersterblichkeitsrate und die höchste Müttersterblichkeitsrate der gesamten westlichen Hemisphäre. Durchfallerkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, Malaria, Tuberkulose und HIV/AIDS sind die häufigsten Todesursachen.
Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Haiti!
Ein liebevolles Zuhause: Mädchen im SOS-Kinderdorf auf Haiti - Foto: Alexander GabrielDie Anfänge der SOS-Kinderdorf-Arbeit in Haiti reichen zurück ins Jahr 1978. Damals nahm Rodriguez Ben Bichtotte, der Leiter eines Waisenhauses in Petite Place Cazeau, erste Kontakte zu SOS-Kinderdorf International auf. Ein Jahr später wurde der gemeinsame Entschluss gefasst, das Waisenhaus in ein SOS-Kinderdorf umzuwandeln und noch im selben Jahr erfolgte die Gründung eines nationalen SOS-Kinderdorf-Vereins. 1982 konnte das erste SOS-Kinderdorf Haitis in Petite Place Cazeau, acht Kilometer von Port-au-Prince entfernt, besiedelt werden. Schon ein Jahr später begannen die Bauarbeiten an einem zweiten SOS-Kinderdorf im Einzugsgebiet von Port-au-Prince und zwar in Santo.
1986 kam es zum Sturz des diktatorisch regierenden Präsidenten Jean Claude „Baby Doc“ Duvalier. Viele ausländische Firmen verließen das Land, die Wirtschaft brach zusammen. Die hohe Arbeitslosigkeit führte zur Verarmung zahlreicher Familien und damit zu Unter- und Mangelernährung vor allem von Kindern und zu großer sozialer Not. SOS-Kinderdorf International beschloss daher, weitere Einrichtungen in Haiti zu errichten.
So entstand in der zweiten Hälfte der Achtziger Jahre das SOS-Kinderdorf Cap Haïtien. Um den Kindern und Jugendlichen eine gute schulische Ausbildung zu ermöglichen, entstanden darüber hinaus SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, die auch Kinder aus der Nachbarschaft aufnehmen. Den schwierigen Bedingungen und hohen Anforderungen, die der Arbeitsmarkt heute an die Jugendlichen stellt, wurde mit der Errichtung eines SOS-Berufsbildungszentrums Rechnung getragen. Die SOS-Jugendlichen wohnen in SOS-Jugendeinrichtungen, in denen sie auf ihrem Weg in die Selbständigkeit begleitet werden.
Ende 2003 wurden die Gebäude des SOS-Kinderdorfes Petite Place Cazeau samt Nebeneinrichtungen an eine kirchliche Hilfsorganisation übergeben.
2005 starteten die SOS-Kinderdörfer in Haiti Familienstärkungsprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Haiti zwei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, ein SOS-Berufsbildungszentrum und vier SOS-Sozialzentren.
Erbeben in Haiti: SOS-Kinderdörfer leisten Nothilfe
Hier finden Sie Informationen zur aktuellen SOS-Nothilfe nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti.
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ein neues, liebevolles Zuhause bekommen,
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