»Neuland« erhält SOS-Dokumentarfilmpreis

Schweizer Filmemacherin Anna Thommen beim DOK.fest 2014 ausgezeichnet

07.05.2014 - Der erstmals verliehene Dokumentarfilmpreis der SOS-Kinderdörfer weltweit geht an die Schweizer Filmemacherin Anna Thommen für ihren Dokumentarfilm "Neuland". Der Preis wird im Rahmen des 29. Internationalen Dokumentarfilmfestivals München (DOK.fest) am 13. Mai verliehen. Ziel des Preises ist es, den Blick von Filmemachern und der Öffentlichkeit stärker auf das kulturelle Umfeld zu lenken, in dem Kinder aufwachsen.


In ihrem Dokumentarfilm "Neuland" greift Anna Thommen eines der gesellschaftlich relevantesten Themen in Europa auf – das der Migration und des Ankommens in der Fremde. Die Filmemacherin begleitet junge Migranten über zwei Jahre und zeichnet ein sensibles Bild von einem Lehrer, der sich emphatisch darum bemüht, diese jungen Menschen auf den Weg zu bringen. Am Ende sollten sie "fit für den Alltag" in der Schweiz sein: Deutsch sprechen, Mundart verstehen und am besten einen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben.


Anna Thommen erhält den Dokumentarfilmpreis der SOS-Kinderdörfer im Rahmen des DOK.fest 2014
"Der jungen Filmemacherin gelingt es, dieses Ankommen der Jugendlichen in einer für sie völlig fremden Gesellschaft mit Höhen und Tiefen sensibel mit der Kamera einzufangen. Es ist ein Film, der Hoffnung macht, der Mut gibt und der nicht nur die Schicksale der jungen Flüchtlinge im Fokus hat, sondern sensibilisiert für das Thema Integration in Europa, das über alle Grenzen hinweg zu einem  zentralen gesellschaftlichen Thema geworden ist", urteilte die hochkarätig besetzte Jury. Jurymitglieder waren unter anderem Prof. Dr. Heribert Prantl, Leiter Ressort Innenpolitik bei der Süddeutschen Zeitung, Dr. Katja Wildermuth, Redaktionsleiterin Geschichte und Gesellschaft beim MDR, Margret Köhler, Film- und TV-Journalistin und Daniel Sponsel, Künstlerischer Leiter des DOK.fest.

Interview mit Prof. Dr. Heribert Prantl:

 

Zur Frage, warum die SOS-Kinderdörfer einen Dokumentarfilm verleihen, erklärte Dr. Wilfried Vyslozil, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit in München: "Die Arbeit der SOS-Kinderdörfer bedeutet mehr, als Kindern ein Zuhause zu geben. Es geht auch um die Stärkung des Umfeldes, in dem die Kinder aufwachsen, um den Erhalt kindlicher Lebens- und Kulturräume. Das Dokumentieren dieser kindlichen Lebenswelten möchten wir mit dem Preis voran- und damit auch diese Kulturräume den Menschen näher bringen."


"Neuland" läuft im Rahmen des DOK.fest-Programms in München an folgenden Terminen:
  • Freitag, 09.05.2014 um 19:00 Uhr (Rio 2; Tickets)
  • Sonntag, 11.05.2014 um 17:30 Uhr (City 3; Tickets)
  • Mittwoch, 14.05.2014 (Sondervorstellung im Münchner Völkerkundemuseum; Tickets)

Der SOS-Dokumentarfilmpreis ist mit 3000 Euro dotiert. Er wird gestiftet von B.O.A. Videofilmkunst GmbH, München und unterstützt vom Dokumentationssender Planet.