Südsudan: Familien fliehen aus SOS-Kinderdorf

Neue Gewalt trotz Waffenruhe - Kämpfe in Malakal

19.02.2014 - Trotz der im Januar vereinbarten Waffenruhe sind im Südsudan erneut schwere Kämpfe aufgeflammt. Regierungstruppen und Rebellen lieferten sich in der Provinzhauptstadt Malakal heftige Feuergefechte. Ein Großteil der Familien im SOS-Kinderdorf Malakal flüchtete.

Ein Kind aus dem SOS-Kinderdorf in Malakal. Die Aufnahme enstand vor der jüngsten Gewalteskalation - Foto: Ulrich Kleinen

"Es hieß, dass sich Kämpfer von drei verschiedenen Seiten näherten", berichtete Kiros Aregawi, Projektleiter der SOS-Kinderdörfer in Malakal. Mehrere SOS-Familien flohen zum Gelände der UN-Mission UNMISS in der Stadt. Andere suchten in einer Kirche Zuflucht. Ein SOS-Jugendleiter setzte mit Kindern auf die andere Seite des Nils über, um sie aus der Kampfzone zu bringen.
Einige Familien blieben zunächst im SOS-Kinderdorf. Später wurde dann das SOS-Kinderdorf vollständig evakuiert: Alle SOS-Familien wurden ins UN-Camp gebracht.

Hilfslieferung mit Zelten

Bereits im Januar waren im ölreichen Norden rund um Malakal schwere Gefechte ausgebrochen. Auf dem UN-Gelände in Malakal drängen sich seit Wochen Tausende Flüchtlinge. Die SOS-Kinderdörfer im Südsudan versuchen nun eine Hilfslieferung zu organisieren, um die geflohenen SOS-Familien in Malakal unter anderem mit Zelten zu versorgen. SOS-Kinder und ihre Kindedorf-Mütter sind auf dem UN-Gelände derzeit in einem großen Gemeinschaftszelt sowie in einem Zelt untergebracht, wo tagsüber Kinder betreut werden.

Wegen der neuen Kämpfe sei es jedoch schwierig, die Flüchtlinge auf der UN-Basis mit Hilfstransporten zu erreichen, sagte SOS-Projektleiter Kiros Aregawi.

Bürgerkrieg im Südsudan

Der blutige Bürgerkrieg im Südsudan brach Mitte Dezember 2013 aus. Nach UN-Angaben sind seitdem rund 860.000 Menschen vor Gefechten und ethnischen Unruhen geflohen. Am 23. Januar einigten sich Rebellen und Regierung überraschend auf einen Waffenstillstand. Beide Seiten beschuldigen sich nun gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben.

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