Südsudan: Hungersnot und Cholera

Die humanitäre Krise im Bürgerkriegsland spitzt sich zu

03.06.2014 - Im Bürgerkriegsland Südsudan droht eine verheerende Hungersnot. Gleichzeitig breitet sich die Cholera weiter aus. Die SOS-Kinderdörfer im Südsudan treffen Vorsichtsmaßnahmen, um die SOS-Familien in Juba zu schützen.

Bürgerkrieg, Cholera, Hunger: Die Menschen im Südsudan brauchen dringend Hilfe. Das Foto zeigt ein Mädchen in Malakal, das an einem Grab vorbeiläuft - Foto: Conor Ashleigh

Rund 1,3 Million Menschen, die Hälfte davon Kinder, sind seit Beginn des Bürgerkriegs im Dezember 2013 auf der Flucht. Zwischen den Volksgruppen ist blutige Gewalt aufgeflammt. Trotz eines im Mai vereinbarten Waffenstillstands liefern sich Rebellen und Regierungsarmee weiter Kämpfe.

Hungerkatastrophe bedroht Millionen

Aufgrund der seit Monaten andauernden Bürgerkriegs können unzählige Bauern ihre Felder nicht bestellen. Die UNO warnt vor einer Hungerkatastrophe: Nach UN-Angaben sind 7,3 Millionen Menschen von Hunger bedroht, zehntausende Kinder laufen Gefahr zu verhungern.
Die Regenzeit verschlimmert die Lage zusätzlich. Der Schlamm macht Straßen für Wochen unpassierbar, gerade die Gebiete, in denen der Konflikt tobt, wie Unity, Jonglei und die Oberen Nil-Gebiete, können durch Hilfstransporte auf dem Landweg nicht erreicht werden.

Cholera breitet sich aus

Verschärft wird die Flüchtlingskatastrophe im Südsudan zudem von einem Cholera-Ausbruch. Ende Mai meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 586 Fälle und 22 Todesopfer in der Region um die Hauptstadt Juba. Gerade in den überfüllten Flüchtlingscamps droht sich die Cholera rasend schnell zu verbreiten. Die Krankheit wird durch verunreinigtes Wasser und Nahrung übertragen und ist gerade auch für Kinder lebensbedrohlich.

Schutz für SOS-Kinder

Die SOS-Kinderdörfer im Südsudan haben Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um die SOS-Familien in Juba zu schützen. So wurden die SOS-Mütter darüber aufgeklärt, wie man die Krankheit erkennt und wie man sich durch Hygienemaßnahmen, wie z.B. gründliches Händewaschen, schützen kann.
Außerdem versucht SOS, die Familien gegen Cholera impfen zu lassen. Der Impfstoff ist jedoch im Südsudan knapp und das WHO-Impfprogramm konzentriert sich auf die Flüchtlingscamps.

"Schulen könnten Brutstätten der Cholera werden"

Kiros Aregawi, SOS-Programmleiter im Südsudan, ist besorgt, weil die Regierung die Schulen trotz des Cholera-Ausbruchs nicht geschlossen hat. "Die Schulen könnten Brutstätten der Cholera werden", warnt er. Falls die Schulen geöffnet bleiben, will er die SOS-Kinder vorübergehend vom Unterricht befreien lassen.

Wie geht es den SOS-Familien nach der Evakuierung?

Wie berichtet wurden, mussten die SOS-Familien im Februar aus dem SOS-Kinderdorf in der umkämpften Stadt Malakal fliehen. Sie wurden nach Juba gebracht, wo sie in einem angemieteten Haus einquartiert sind.

  • Zwei Kinder, die an Malaria erkrankt waren, haben sich erholt. Es sind keine weiteren Kinder erkrankt.
  • Eine Mutter ist wegen Malaria und Typhus in Behandlung und erholt sich gut.
  • In regelmäßigen Treffen der SOS-Mütter und Mitarbeiter wird der ethnische Konflikt im Südsudan thematisiert. Diese Präventionsmaßnahme soll verhindern, dass es auch unter den SOS-Familien zu Spannungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen kommt.
  • In Juba wird der Schulunterricht ausschließlich auf Englisch abgehalten, was den SOS-Kindern aus Malakal Probleme bereitet, da sie die Sprache nicht ausreichend beherrschen. Unterrichtseinheiten in Englisch werden nun am Abend nach der Schule abgehalten, um den Kindern Nachhilfeunterricht zu geben. Dieser dient auch dazu, den Unterrichtsausfall an den Schulen aufzuholen, weil Lehrer seit Monaten auf ihr Gehalt warten.
  • Die meisten der SOS-Kinder haben nun wieder Schuluniformen. Schulsachen wie Schulranzen werden angeschafft.

Hilfe für Kinder im Südsudan

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