Nepal: 100 Tage nach dem Erdbeben

Lage bleibt prekär: Unzählige sind noch immer obdachlos

31.07.2015 - 100 Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal ist die Lage noch immer sehr angespannt. Die SOS-Kinderdörfer leisten weiter Not- und Wiederaufbauhilfe.

Hier stand vor dem Erdbeben ein Familienhaus. Das Beben hat ca. eine halbe Million Gebäude zerstört. Acht Millionen Menschen wurden obdachlos. Foto: Suzanne Lee

Die Katastrophe vom 25. April forderte rund 10.000 Tote und ließ gut acht Millionen Menschen obdachlos zurück. "Wenn die Mehrheit der Nepalesen den Monsun überlebt, haben wir Glück gehabt", sagt Nepals SOS-Direktor Shankar Pradhananga. "Dann können wir mit dem Wiederaufbau beginnen."

Starkregen, Erdrutsche und Krankheiten

Noch immer sei die Situation vieler durch das Erdbeben obdachlos gewordener oder in provisorischen Unterkünften hausender Menschen verzweifelt. "Viele Familien leben mit ihren Kindern in Zelten, die bei weitem nicht gegen den Starkregen und die Kälte schützen. Andere sind in Notunterkünften untergekommen und laufen Gefahr, von Schlammlawinen verschüttet zu werden", beschreibt Pradhananga die Lage. So wurden gestern (30.7.) in Dörfern nahe der Stadt Pokhara mindestens 30 Menschen durch Erdrutsche getötet, die durch starke Regenfälle ausgelöst worden waren. Auch die hygienischen Zustände sind trotz der Nothilfe vielerorts noch verheerend. Hilfsorganisationen befürchten die Ausbreitung von Krankheiten wie Typhus und Cholera.


Viele Menschen haben Angst in ihren Häusern zu schlafen, denn viele Häuser sind stark beschädigt und drohen bei einem Nachbeben einzustürzen. Foto: Suzanne Lee

"Aktuell brauchen die Menschen einen trockenen Platz zum Leben. Darauf konzentrieren wir uns. Außerdem benötigen sie dringend materielle Unterstützung für einen Neustart. Auch Möglichkeiten zur temporären, sicheren Unterbringung ihrer Kinder, während sich die Eltern um den Wiederaufbau ihres Zuhauses kümmern, werden nach wie vor dringend benötigt", sagt SOS-Direktor Pradhananga.

Wiederaufbau von Schulen und Häusern

Die SOS-Kinderdörfer sind seit 30 Jahren mit 800 Mitarbeitern und 10 Kinderdörfern in Nepal präsent. So war es möglich, sofort nach der Katastrophe medizinische und materielle Nothilfe zu leisten. Kinder werden in SOS-Nothilfe-Kitas in den besonders stark betroffenen Gebieten psychologisch betreut und Familien finanziell und materiell beim Neubeginn unterstützt.


Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Familien finanziell und materiell beim Neubeginn. Unter anderem hilft SOS beim Bau von 300 Häusern und vier Schulen. Foto: Suzanne Lee

Als Wiederaufbaumaßnahme planen die SOS-Kinderdörfer unter anderem den Bau von 300 Häusern und vier Schulen. Bisher half SOS schon 42.000 Kindern.

Hier erfahren Sie mehr über die Not- und Wiederaufbauhilfe der SOS-Kinderdörfer in Nepal.

Ein Interview mit SOS-Mitarbeiterin Elitsa Dincheva, die während des Erdbebens Helferin in Nepal war, können Sie hier anhören:

 

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