Äthiopien

Wie die SOS-Kinderdörfer in Äthiopien helfen

In Äthiopien herrscht derzeit eine der schlimmsten Hungersnöte der letzten 50 Jahre. Rund 10,2 Millionen Menschen benötigen Nahrungsmittelhilfe und 300.000 Kinder sind unterernährt. Vor dem Hintergrund einer katastrophalen Hungersnot im Jahr 1974 startete SOS-Kinderdorf seine Tätigkeit in Äthiopien. Im Laufe der letzten Jahrzehnte war das Land von einer Reihe von Dürreperioden betroffen und wir haben unsere Aktivitäten verstärkt, um gefährdete Familien und Kinder zu unterstützen.

Eines der ärmsten Länder Afrikas


Mutter und Kind in einem SOS-Kinderdorf (Foto: M. Peru).   
Mehr als 90 Millionen Menschen leben in Äthiopien. Es ist eines der meist bevölkerten Länder auf dem Afrikanischen Kontinent.

Häufig wiederkehrende Dürren und Hungersnöte, ein langjähriger Bürgerkrieg und ein Grenzkonflikt mit dem benachbarten Eritrea haben ihren Tribut gefordert. Trotz wirtschaftlichen Wachstums und Bemühungen seitens der Regierung, um das Leben gefährdeter Familien und Kinder zu verbessern, bleibt die Anzahl der Menschen, die in Armut leben, außerordentlich hoch, insbesondere in den ländlichen Gebieten.

85 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Sie produzieren Nahrungsmittel für ihre Familien oder bieten diese zum Verkauf an. Diese Form der Existenzerhaltung ist aber in einer Region, in der geringe Niederschläge vorherrschen, sehr risikobehaftet und häufig gibt es Dürreperioden.  Wenn sich die Situation in den ländlichen Gebieten verschlechtert, müssen gefährdete Familien häufig in die Städte ziehen, um zu überleben.

Nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren ohne ausreichende Niederschläge bedrohen Dürre und Hungersnot erneut das Leben Millionen von Menschen. In den letzten Monaten gab es einen Preisanstieg sowohl bei Nahrungs- als auch Nichtnahrungsmitteln. Geschätzte 10,2 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe: ihr Leben ist aufgrund des Mangels an Nahrung und Wasser gefährdet und es besteht Seuchengefahr.

Eine prekäre Gesundheitslage

Es gab Verbesserungen im Gesundheitsbereich, dennoch bleiben die Zahlen besorgniserregend. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nur 61,4 Jahre und die Kinder- und Müttersterblichkeitsrate zählt zu den höchsten weltweit.

Infektionskrankheiten breiten sich rasch aus, wenn Sanitäreinrichtungen und Trinkwasser nur begrenzt zur Verfügung stehen. In ländlichen Gebieten haben nur 48 % Zugang zu sauberem Trinkwasser und 28 % zu sanitären Einrichtungen. Die Situation verschlimmert sich zudem aufgrund des Mangels an medizinischen Personal und Gesundheitszentren.

Die Zukunft der Kinder ist aufgrund von Unterernährung und Krankheit bedroht


Ein Lehrer hilft den Kindern bei ihren Hausaufgaben (Foto: M. Peru).
In Äthiopien leben geschätzte 46,4 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Trotz Maßnahmen seitens der Regierung, besteht nach wie vor das Problem, dass Kinder die Schule abbrechen. Nur 41 % der Kinder beenden die Grundschule und lediglich 16 % besuchen die Sekundarschule. Viele Familien können sich den Schulbesuch ihrer Kinder schlichtweg nicht leisten.

Die größte Gefahr besteht für Kinder in Zeiten von Wasser- und Nahrungsmittelknappheit. Mehr als 6,1 Millionen Kinder benötigen 2016 humanitäre Hilfe. Der Kinder- und Menschenhandel und die sexuelle Gewalt  nehmen zu. Eine steigende Anzahl von Kindern leidet unter Durchfall und Unterernährung. Ansteckende Krankheiten wir Augenentzündungen und Krätze treten häufiger auf, weil Familien keine Möglichkeiten haben, ihre Kleidung bzw. sich selbst zu waschen.

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