Marokko

Wie die SOS-Kinderdörfer in Marokko helfen

SOS-Kinderdorf unterstützt in Marokko Kinder und Jugendliche in Not seit den frühen 80er Jahren. Obwohl Marokko wichtige Maßnahmen für den Kinderschutz ergriffen hat, leiden Tausende von Kindern weiterhin jeden Tag unter vielen Entbehrungen. Der Kinderhandel, die hohe Armutsquote der Kinder sowie das Analphabetentum stellen vor allem in den ländlichen Regionen große, nach wie vor ungelöste Probleme dar.

Ein Land geprägt durch seine Nähe zu Europa

Kinder in unserer Obhut wachsen zusammen mit ihren Brüdern und Schwestern in einer SOS- Familie auf (Foto: SOS-Archiv).
Kinder in unserer Obhut wachsen zusammen mit ihren Brüdern und Schwestern in einer SOS- Familie auf (Foto: SOS-Archiv).

Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie in Nordafrika. Das Land wird von einer gewählte Regierung geführt, wobei beträchtliche Exekutivmacht in Händen des Königs ist. Die Hauptstadt ist Rabat, obwohl Casablanca nach wie vor die größte Stadt des Landes ist. Viele Jahre lang war Marokko der Schauplatz rivalisierender europäischer Mächte. Die Spanier besetzten im Jahr 1860 den nördlichen Teil des Landes.

Nur fünf Jahrzehnte später gewannen die Franzosen 1912 die Kontrolle über weite Teile der Mongolei. Im gleichen Jahr wurde der "Vertrag von Fes" unterzeichnet und Marokko in ein spanisches und ein französisches Protektorat aufgeteilt, bis es 1956 schließlich seine vollständige Unabhängigkeit und Souveränität erlangte. Marokko wurde in den Jahren 2003 und 2011 wiederholt zum Ziel verheerender terroristischer Anschläge. Im April 2011 explodierte eine Bombe in einem belebten Touristencafé in Marrakesch. Das Attentat forderte 17 Todesopfer.

Wirtschaftlich gesehen profitiert das Land von seinen niedrigen Lohnkosten und der geographischen Nähe zu Europa. Marokko ist einer der weltweit größten Phosphat-Exporteure. Diesem Rohstoff sind die langen Jahre der wirtschaftlichen Stabilität zu verdanken. Im Jahr 2011 demonstrierten Tausende von Marokkanern auf den Straßen der großen Städte für mehr Bürgerrechte und demokratische Reformen. Einige Reformen haben stattgefunden, aber es wurden weitere Änderungen gefordert.

Hohes Armutsniveau in den ländlichen Regionen Marokkos

Auch in Marokko gibt es Armut zu verzeichnen, auch wenn sie nicht so weit wie in den Ländern Schwarzafrikas verbreitet ist. Die Armut ist hauptsächlich ein ländliches Phänomen. Zehntausende Marokkaner in den ländlichen und semi-urbanen Gebieten des Landes haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, menschenwürdigen Behausungen, sanitären Einrichtungen und medizinischer Versorgung. In den letzten Jahren gab es bei der humanitären Entwicklung zwar deutliche Fortschritte zu verzeichnen, aber die Kluft zwischen den ländlichen und städtischen Regionen ist größer geworden.

Obwohl sich die Menschenrechtssituation in den letzten Jahren gebessert hat, ist die Pressefreiheit nach wie vor eingeschränkt. Jüngste konstitutionelle Reformen haben eine Besserung der Menschenrechtsverordnungen gebracht, z.B. durch die Kriminalisierung von Folter und willkürlicher Inhaftierung, durch die Stärkung richterlicher Unabhängigkeit und Sicherstellung des Rechts auf ein faires Verfahren. Nichtsdestotrotz sind weitere Reformen notwendig um zu gewährleisten, dass diese Verordnungen auch tatsächlich umgesetzt werden.

Kinder sind in Gefahr von Ausbeutung

Kinder in unserer Obhut gehen mit anderen aus der Nachbarschaft in die Schule (Foto: SOS-Archiv).
Kinder in unserer Obhut gehen mit anderen aus der Nachbarschaft in die Schule (Foto: SOS-Archiv).

In Marokko sind nahezu 30 Prozent der Bevölkerung Kinder unter 14 Jahren. Viele von ihnen leiden schwer an dem steigenden Armutsniveau und unter Vernachlässigung. In den vergangen Jahren hat das Land eine Reihe von Kampagnen zur Bekämpfung der Kinderarbeit ins Leben gerufen. Nichtsdestotrotz werden nach wie vor Tausende von Kindern ausgebeutet. Minderjährige, die in der Landwirtschaft oder als Hausangestellte arbeiten, müssen häufig unter prekären Bedingungen mit gefährlichen Geräten und Werkzeugen arbeiten und sind Chemikalien und einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt. Ihre körperliche und geistige Entwicklung wird gefährdet. Viele der arbeitenden Kinder gehen nicht zur Schule.

Nach Angaben von UNICEF wurden im Jahr 2008 6480 Kinder nach der Geburt ausgesetzt. Aufgrund der schweren gesellschaftlichen Stigmatisierung fürchten viele alleinerziehende Mütter eine Ächtung durch ihre Familien und die Gesellschaft. In Marokko wachsen etwa 650 000 Waisenkinder ohne den Schutz der elterlichen Fürsorge auf.

SOS-Kinderdorf-Einrichtungen und Programme in Marokko

Derzeit unterstützt SOS-Kinderdorf Kinder und Jugendliche in Marokko an landesweit fünf verschiedenen Standorten.

Familienstärkung: Die SOS-Familienstärkungsprogramme versuchen die bestehenden familiären Bindungen zu stärken und vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohten Kindern das Aufwachsen in einer liebevollen familiären Umgebung zu ermöglichen. Im Jahr 2014 haben wir 666 Kinder aus 274 Familien unterstützt.

Betreuung in Familien: Kinder, die keine elterliche Betreuung haben, finden in einer der SOS-Kinderdorf-Familien ein liebevolles Zuhause. Geschwister wachsen zusammen auf, und bekommen jede Betreuung, die sie brauchen. Die Kinder sind vollständig in der Gemeinde integriert: sie besuchen die nahegelegenen Schulen und nehmen an den Aktivitäten vor Ort teil. Wir unterstützen auch lokale Pflegefamilien, die sich um die älteren Kinder kümmern können.

Unterstützung für junge Erwachsene: Unsere SOS-Jugendprogramme bieten jungen Menschen Unterstützungen bis sie in der Lage sind, selbständig zu leben. Große Aufmerksamkeit wird darauf gelegt, die richtige Ausbildung für die jungen Menschen zu gewährleisten, damit sie eine Arbeit finden können.


Website von SOS-Kinderdorf Marokko
(verfügbar auf Französisch)

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